Titelbild (Quelle: Ben Linse)
Ben Linse
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Brandenburg-Oberspreewald-Lausitz - Carla Kniestedt entdeckt in Annahütte ein turbulentes Dorfleben

Karnevalsverein vor Saisonstart+++ Jugendfeuerwehr bei Hydrantenkontrolle+++ Bahnhof mit Musikerherberge
 
Annahütte hat überlebt. Das hübsche Dorf mit seinen einmaligen Ziegelbauten steht symbolisch für die Lausitz. Der Tagebau war schon ganz nah und Annahütte sollte abgebaggert werden. Doch dann kam die Wende und mit ihr der Stopp für die Abbaggerung, aber auch die Industriebetriebe. Viele verließen den Ort. Mittlerweile gibt es wieder Zuzug, aktive Gemeinschaften zwischen alten und neuen Bewohnern und jede Menge Trubel. Vorneweg der erste Karnevalsverein Brandenburgs und Berlins, gegründet 1948.

Jahrhundertelang hatte das Dorf den niedersorbischen Namen „Särchen“. 1938 sollte es ein deutscher Name sein und weil es im Ort mehrere Glashütten gab, kam man auf „Annahütte“. Mittlerweile sind alle geschlossen. Die baulichen Überreste bieten Platz für neues Leben. In die alte Verwaltungs-Villa zum Beispiel zog der holländische Filmemacher Ton Kersten. Ihm hat dieses „strenge“ Haus so gefallen, dass er es 2000 gekauft und ausgebaut hat. Heute engagiert er sich im Förderverein für die Kirche. Architekt und Gitarrist Simon Breth hat den Bahnhof vor kurzem gekauft und baut ihn zum Haus für Musiker um. Er ist von der gelben Ziegelsteinarchitektur so angetan, dass er das Mauerwerk, innen und außen, freigelegt hat, mehr Deko brauchen die Wände für seinen Geschmack nicht.

Annahütte am südlichen Rand Brandenburgs wird immer spannender für den Tourismus. Die Kulturlücke zwischen Cottbus – Senftenberg und Dresden schließt sich und nicht nur in der Karnevalszeit. Andreas Kiesel hat die Gaststätte des Ortes mit ihrem riesigen Saal und großem Freigelände vor einiger Zeit übernommen und lockt mit seinen Konzertangeboten Leute aus ganz Deutschland an, gern auch mit Heavy Metal Bands. Naturliebhaber lockt der Silbersee, ein gefluteter Tagebau. Angler von den „Gewässerfreunden 1970 e.V.“ holen hier sogar richtig große Fische raus. Dass die Kinder im Dorf bleiben, dafür sorgen verschiedene Vereine und die Freiwillige Feuerwehr mit ihrer aktiven Jugendarbeit. So dürfen die Feuerwehr-Kids alljährlich alle Hydranten des Ortes kontrollieren, es sind immerhin 67, kleine Brände löschen und Brandsicherheit kontrollieren. Es gibt auch einen eigenen Feuerwehrtanz.

Impressionen aus Annahütte

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