In der Puppenklinik von Brigitta Polinna Quelle: Ben Linse
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Berlin-Neukölln - Carla Kniestedt erkundet den Ganghofer Kiez in Neukölln

Polnisch und arabisch in der Anzengruberstraße  +++ Römisch in der Ganghoferstraße +++ Böhmisch in der Richardstraße

Der Kiez liegt im nördlichen Neukölln in der Nähe des Rathauses und zwischen Richardplatz, Karl-Marx-Straße sowie Sonnenallee. Dort geht es quirlig und kulinarisch bunt zu. Menschen vieler Nationalitäten leben und arbeiten rund um die Ganghofer Straße. Junge Leute und auch Künstler sind besonders gerne in diesem Stadtteil.

Viel Abwechslung bieten die Architektur und das Lebensgefühl. Da gibt es prächtige Bürgerhäuser, eng bebaute Straßen aus der Zeit der Mietskasernen, ruinöse Häuser, Lückenbauten und Modernes von Architekt Hinrich Baller. Aber auch dörfliches Flair findet sich im alten Rixdorf.

Baden wie im Märchen kann man in einem ganz besonderen Bau – im Stadtbad Neukölln. Beinahe die gesamte Ganghofer Straße wird von dem imposanten Gebäude eingenommen. 1914 eröffnet und umfassend saniert, lädt es als antik ausgestalteter Badetempel in zwei Schwimmhallen und in die Sauna mit sechs verschiedenen Schwitzräumen ein.

Kulinarisches

Im Feinkostgeschäft "PYZA" bei Dzidka Düser gibt es ausschließlich polnische Lebensmittel. Das sind vor allem Torten, Wurstwaren aber auch 11 verschiedene Sorten Wodka und natürlich das polnische Nationalgericht Piroggi. Osam Assaid bietet im "OS’Kitchen" traditionelle arabische Küche an - in modernem Ambiente, neu interpretiert und mit Zutaten der Saison. Max Schippmann und Paul Adam haben sich mit ihrem stilvollen "Paulinski Palme" im ländlichen Teil des Kiezes in Rixdorf einen Lebenstraum erfüllt. Dort gibt es bis 17 Uhr Frühstück und sonst eine Küche für Veganer bis zum deftigen Schmaus für Fleischliebhaber.

Die 24jährige Rapperin, studierte Musikerin und Ethnologin Haszcara ist von Kiel in den angesagten Kiez gezogen. Seit 2015 rappt sie zu Themen, über die sie nachdenkt: Nachhaltigkeit, Rassismus und Frauenfeindlichkeit. Haszcara nimmt das HEIMATJOURNAL mit zur Rixbox – eine Streetfood-Box auf dem Alfred-Scholz-Platz. Hier trifft sich der Kiez. Im Projekt "Young Arts" lernt sie Mädchen aus dem Kiez kennen. Lieblingscafé der jungen Rapperin ist das vegane Pêle-Mêle.

Hinter bäuerlicher Fassade in der Richardstraße lebt und arbeitet der Künstler Volker Sommer in der alten Hofschmiede. In seinem Atelier gibt es auch Ausstellungen. Im vergangenen Sommer hat er ein großes Graffiti im Kiez fotografiert und daraus viele neue Werke kreiert.

Der Künstlerhof Quelle: Ben LinseDer Künstlerhof

Im alten Rixdorf im Böhmischen Dorf ist das kleinste Museum Berlins. Gegenstände aus dem alltäglichen und traditionellen Leben der Böhmen in Berlin werden gezeigt. Das kleine Dorf mitten in der Großstadt ist ein echter Berliner Geheimtipp! Brigitta Polinna hat dort auch eine Puppenklinik für die ihr Herz brennt.

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