Handgefertigte Brote aus dem Brotladen Quelle: Ben Linse
Ben Linse
Handgefertigte Brote aus dem Brotladen | Bild: Ben Linse

Berlin - Prenzlauer Berg - Carla Kniestedt erkundet einen Teil der Schönhauser Allee

Wohnen im Holzlager +++ Polster für die Queen +++ Party in der Nacht

Zwischen Senefelder Platz und Eberswalder Straße präsentiert sich die quirlige Straße mit kleinen Läden, Handwerksbetrieben sowie einer regen Kultur- und Kneipenszene. Auf diesem Abschnitt der viel befahrenen Straße verläuft die U-Bahnline 2 unter der Schönhauser Allee, bis sie in Höhe der Kulturbrauerei aus der Erde kriecht und auf dem Viadukt weiterfährt. Einst pilgerten die Berliner auf diesem Weg raus aus der Stadt in Richtung Schönhauser Schloss nach Niederschönhausen. Daher der Name der Straße.

Eine grüne Oase der Ruhe ist der Jüdische Friedhof, der vor einigen Jahren ein neues Besucherzentrum erhalten hat. Nicht weit davon entfernt lebt Kat Menschik. Die bekannte und preisgekrönte Buchillustratorin arbeitet auch für die FAZ und das Magazin.

Die Künstlerin ist in der Gegend aufgewachsen und wohnt auch heute noch gerne in der belebten Straße. Dort entstehen die Illustrationen zu großen Literaturbänden. Aber auch ihr eigenes Gartenbuch hat die studierte Grafikerin in der Schönhauser gezeichnet. Nun erscheint ein illustriertes Kochbuch von ihr, indem auch selbst kreiierte Rezepte präsentiert werden.

Katja Stögmüller ist auch Künstlerin. Sie arbeitet und lebt in einem alten Industriegebäude, das bis zur Wende für eine Tischlerei als Holzlager genutzt wurde. In ihrem Atelier strickt sie ganz besondere Kunst: engmaschige Bilder, die den Moment vom Auftauchen aus dem Wasser darstellen. Da Katja Stögmüller hier auch wohnt, kümmert sie sich als Hausmeisterin "Kaddi" in dem besonderen Gebäude um die Hausangelegenheiten aller Bewohner.

Am "Stadtkloster Segen – Don Camillo" rauscht der vierspurige Verkehr der Schönhauser vorbei. Aber innen ist ein Ort der Ruhe und Stille. Für die Bewohner, die aus der Schweiz dorthin gezogen sind und für Gäste. Im Stadtkloster wird gewohnt und gebetet. Der Ort ist offen für alle - für Gläubige und Nichtgläubige, für Menschen, die für ein paar Minuten oder auch für mehrere Wochen eine Besinnungsinsel suchen.

Impressionen aus der Schönhauser Allee

Robert Krebes kann sich mit seinem Handwerk sehen lassen und zeigt sich auch gerne damit. Die Manufaktur arbeite sogar für die Queen. In seiner sozusagen gläsernen Polsterei können die Passanten hinein – und den Mitarbeitern bei der Arbeit zuschauen, die manchmal schon Kunsthandwerk ist. Der 38jährige Raumausstatter wollte mit seiner Polsterei mitten in der Stadt sein. Die Schönhauser Allee mit ihren ansässigen Handwerksbetrieben ist für ihn der passende Ort.

Touristen aus aller Welt kommen in die Schönhauser Allee, um zu feiern. Kiezkneipen, Bars und die große Partylocation Kulturbrauerei locken aber auch die Anwohner und Berliner. "Die Schöne Party" vom rbb-Rundfunksender radioeins findet seit Januar im Frannz Club statt.

Die Bio-Brote sind gefragt Quelle: Ben LinseDie Bio-Brote sind gefragt

Ein Ort, der dem rasanten Leben in der Schönhauser Allee an der Ecke Eberswalder Straße auch etwas entgegensetzt ist das Geschäft "Zeit für Brot". Dort haben der Berliner Geschäftsführer und seine junge Crew die Mission, Brot wieder zu dem zu machen, was es einmal war. Ein wertvolles Lebensmittel, das zu seiner Herstellung mehr Zeit braucht als heute üblicherweise in den Backfabriken. Wer sehen möchte wie die Brote entstehen, kann auch hier durch die Scheibe gucken und dem geduldigen Teig kneten zuschauen. Die Qualität der Backwaren scheint zu überzeugen. In Berlin gibt es drei Geschäfte und weitere in Hamburg, Köln und Frankfurt. Das Unternehmen wurde mehrfach ausgezeichnet und produziert in Bio-Qualität.