Alexander Huf
Quelle: Alexander Huf | Bild: Alexander Huf

Berlin - Kreuzberg - Carla Kniestedt erkundet einen Fachwerkhof

Ein Salon für Puppen +++  Eine Wohnung für Musik +++ Ein Laden für T-Shirts

Er ist eine kleine Oase in der Innenstadt – der Fachwerkhof in der Kreuzberger Solmsstraße Nummer 30. Wer ihn betritt fühlt sich in eine andere Welt versetzt. Kleine Läden und unterschiedlichste Künstler - ganz nah beieinander. Die Bewohner des Mietshauses wurden so ausgesucht, dass sie zu dem Haus passen, das seine Bewohner und Gäste mit einem Elefantenrüssel begrüßt.

Den Besucher erwarten üppiges Grün und Fachwerkambiente. Im Erdgeschoss residieren die Hoffriseure und gleich nebenan Matthias Maßwig. Er ist einer der am längsten dort arbeitenden Künstler. Über zwei Etagen erstrecken sich sein Atelier und der Ausstellungsraum, wo man Gemälde und Holzskulpturen anschauen und kaufen kann. Matthias Maßwig fühlt sich in der Nähe zur Bergmannstraße wohl mit seiner Kunst und empfindet den Hof wie eine kleine Dorf-Oase.

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Im Seitenflügel gibt es drei Praxen, in denen der menschliche Körper im Mittelpunkt steht. Der Fachwerkhof zieht sie an, die Therapeuten mit dem alternativen Ansatz. Dietrich Wolbert bietet Psychotherapie kombiniert mit Körperübungen an - er möchte helfen, Spannungen aufzulösen und neue Energie aufzubauen.

Tom Kausch ist Heilpraktiker, Psychologe und Körpertherapeut. Er lockt mit Massagen, die Verspannungen lösen und verborgene Gefühle - etwa Trauer oder Angst - erlebbar machen sollen.

Im Fachwerkhof zuhause ist auch das "Sprachwerk". Die US-Amerikanerin Deborah Cohen lehrt Sprachen mit Einzelunterricht und einer auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenen App. Es geht aber nicht nur ums Englische, auch Chinesisch kann man dort lernen.

Virla Gottschlich streicht gerade in der Sprachwerkstatt die Wände. Aber eigentlich bezeichnet er sich selbst als Wölkchenmaler. Seine kleinformatigen Wolkenbilder darf er im Laden von Karl Schlarb aufhängen, dem "Salon der Puppen".

Denn Karl Schlarb entwirft Puppen. Er hat als Modedesigner und Buchhändler gearbeitet und suchte etwas Neues. Dann die Idee: Schriftstellerpuppen. Ob Marcel Proust, Thomas Mann oder Franz Kafka – Literaturliebhaber finden dort garantiert ihre Lieblingsautorin oder ihren Lieblingsautoren.

Einer der Bewohner ist Olaf Schulz. Er ist Musiker und hatte das Glück, unter 50 Bewerbern den Zuschlag für die Wohnung bekommen zu haben. Die ist für ihn ein Inspirationsraum. Carla Kniestedt schaut vorbei und fragt nach, warum er diese Wohnung unbedingt haben wollte.

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Im Vorderhaus gibt es einen Laden, der sich "Berliner Arroganz" nennt. Dort trifft man Dennis Rothenburg, der einen frechen Berliner Bären entworfen hat. Die Ansprechhaltung der Schriftzüge auf den T-Shirts macht dem Namen des Ladens alle Ehre. Man kann dort aber auch eigene T-Shirts kreieren.

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