Carla Kniestedt hat Dagmar Mohnke in ihrem Hofgarten getroffen Quelle: Ben Linse
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Carla Kniestedt hat Dagmar Mohnke in ihrem Hofgarten getroffen | Bild: Ben Linse

Brandenburg - Gransee - Carla Kniestedt erkundet Gransee

Leben in alten Höfen +++ Regierung in kleinem Dorf +++ Tandem in luftiger Höhe

Die Kleinstadt Gransee ist vielen nur von der Durchreise bekannt: Von Berlin aus auf dem Weg zur Ostsee - entweder auf der Bundestraße 96 oder mit dem Zug. Dabei ist ein Zwischenstopp durchaus lohnenswert. So hat Gransee mittlerweile eine schön sanierte historische Innenstadt mit einer alten Stadtmauer. Daraus ragt als besonderes Schmuckstück das Ruppiner Tor hervor.

Das ehemalige Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert an der Stadtmauer ist auch so ein  Besuchermagnet, genau wie die Sankt Marien-Kirche aus alten Feldsteinquadern. Ein Denkmal auf dem Marktplatz erinnert daran, dass 1810 die sehr jung verstorbene Königin Luise dort aufgebahrt worden war. Das von den Granseer Bürgern finanzierte Denkmal hat Karl Friedrich Schinkel entworfen.

Den besten Überblick hat Schornsteinfeger Rémy Baumgart. In Paris geboren lebt er schon lange in der Gegend um Gransee. Die Leute kennen ihn und freuen sich zumeist, ihn zu sehen. Und er liebt es, den Leuten auf’s Dach zu steigen. Der Beruf ist gegenüber früheren Zeiten vielfältiger geworden, auch viel technischer. Und so hat er jetzt eine Urlaubsvertretung, die er selbst einmal ausgebildet hat.

Nach der Wende ist viel gemacht worden in der Stadt – die Wohnungsbaugesellschaft, aber auch viele Privatleute haben Häuser und Höfe saniert.

In der Hof-Orangerie von Irmelin Streffers Quelle: Ben Linse
In der Hof-Orangerie von Irmelin Streffers | Bild: Ben Linse

Auch die Streffers haben sich ins Zeug gelegt. Die Ruine eines Ackerbürgerhauses haben sie denkmalgerecht aufgebaut. Der Garten im Innenhof blüht prächtig, er hat sogar eine Orangerie. Irmelin und Johann Michael Streffer kommen ursprünglich aus Berlin, sind aber inzwischen aktive Granseer, engagieren sich im Geschichtsverein und in der Kirche.

Der Hofgarten von Dagmar Mohnke ist riesig, wie viele Höfe in Gransee. Denn früher wurde der Garten gleich hinter dem Haus für die Eigenversorgung mit Obst und Gemüse gebraucht. Heute lädt er vor allem zum Entspannen ein – mit Sitzecken inmitten schöner Blumenbeete. Aber auch Gemüse und Kräuter zieht die Gärtnerin heute auf ihrem Anwesen.

Von der Stadt aufs Land. In den Granseer Ortsteilen gibt es ebenfalls interessante Höfe. Wie den "Kulturgarten" von Familie Hillebrand  im Ortsteil Kraatz. Neben exakt angelegten Beeten können Werke von einheimischen Künstlern angeschaut werden. Als Polizist hat Harald Hillebrand viel kriminelles Potential kennengelernt, das er heute als Krimi-Autor in seine Romane einfließen lässt. Die Tatorte liegen in der heimischen Region Ober-Havel. Manchmal liest er im Kulturgarten aus seinen Büchern.

Am anderen Ende des kleinen Dorfes ist der Hof "Naturkunstwerk". Ein eher wilder Garten, in dem die Kulturmanagerin und Kräuterpädagogin Manuela Röhken auf 5000 Quadratmetern Kräuterführungen macht. Dazu gibt es selbstgemachte Rohkostpralinen und kandierte Ebereschensamen zum Probieren. In der Kunstkate gibt es außerdem Ausstellungen. Am 19. August,  zum Tag der offenen Gärten im Kreis Oberhavel, laden auch die beiden Kraatzer Familien interessierte Gäste ein.

Hier wird noch mit Buchstabensätzen gedruckt Quelle: Ben Linse
Hier wird noch mit Buchstabensätzen gedruckt | Bild: Ben Linse

Etwas Ungewöhnliches für Brandenburg findet man im alten Speicher. Dort wird noch wie zu Gutenbergs Zeiten gedruckt. Der Ex-Berliner Marc Berger sammelt seit den 90er Jahren historische Drucktechnik. Die Maschinen sind gut 50 bis 70 Jahre alt. Vor einiger Zeit hat er sich direkt an der Stadtmauer von Gransee den Speicher gekauft.  Darin wird nicht nur gedruckt,  sondern finden auch Ausstellungen statt.

Ein paar Mal im Jahr schafft es der kleine Ort Meseberg in die großen Nachrichten-Sendungen! Denn im Barockschloss tagt nicht nur die Bundesregierung, sondern es treffen sich auch Politiker aus aller Welt. Jedes Jahr zum Tag der offenen Tür pilgern zahlreiche Neugierige ins kleine Angerdorf, um sich Schloss und Park anzuschauen.

Der Flugplatz in Gransee ist vor allem für das Fallschirmspringen bekannt. Wer genug Mut hat, kann sich mit einem Flugzeug in 4000 Meter Höhe befördern lassen. Etwa 50 Sekunden dauert der freie Fall nach dem Absprung, der absolute Höhepunkt für alle Wagemutigen! Dann schwebt man mit dem Fallschirm fünf bis zehn Minuten lang zurück auf die sichere Erde. Die 19jährige Lea Malchow hat von ihrem Freund einen Tandemsprung geschenkt bekommen. Das HEIMATJOURNAL begleitet sie bei ihrem wagemutigen ersten Fallschirmsprung.

In 4000 Meter Höhe geht es für die Tandem-Sprünge Quelle: Ben Linse
In 4000 Meter Höhe geht es für die Tandem-Sprünge | Bild: Ben Linse

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