Mit dem Fahrrad auf dem Deich entlang Quelle: rbb, Ben Linse
rbb, Ben Linse
Mit dem Fahrrad auf dem Deich entlang | Bild: rbb, Ben Linse

Kienitz – Märkisch – Oderland - Carla Kniestedt fährt nach Kienitz an die Oder

Kleines Café in der Radwegekirche +++ Echter Panzer auf dem Sockel +++ Kunstvolle Keramiken auf dem Hof

Kienitz zählt zu den ältesten Dörfern an der Oder und gehört zur Gemeinde Letschin. Fünfhundert Menschen wohnen hier. Er ist also wirklich überschaubar. Im Sommer kommen viele Touristen. Eine schöne Mischung von dörflichem Leben und landflüchtigen Besuchern. Die weite und ruhige Landschaft genießen viele Fahrrad-Touristen.

An Kienitz führt direkt der Oder-Neiße-Radweg vorbei. Auf dem Deich kann man wunderbar radeln. Der hat bei den großen Oderhochwassern vor 20 und 70 Jahren gehalten und Kienitz ist nicht überflutet worden. An dieser Stelle der Oder kann man besonders gut angeln. Wer Pause machen möchte findet in Kienitz einen besonderen Ort: Nämlich das Café "Himmel und Erde" in der Radwegekirche. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Kirche stark zerstört, in den vergangenen Jahrzehnten teilweise Stück für Stück rekonstruiert. Die Malerin und ehemalige Pfarrfrau Erna Roder war bis zu ihrem Tod die Seele der Kirche. Ohne sie gäbe es das Gotteshaus heute gar nicht mehr. Jeder in Kienitz erinnert sich an sie. Im offenen Teil des ehemaligen Kirchenschiffes gibt es seit 2012 nun Kaffee und Kuchen.

Kienitz ist bei Geschichtskennern bekannt, da es das erste Dorf westlich der Oder war, das 1945 von der russischen Armee eingenommen wurde. 76 Tage tobten die Kämpfe, 80 Prozent des Dorfes wurden dabei zerstört! Deshalb steht im Dorf ein Panzer - als Denkmal. Die Russen haben ihn 1970 aufgestellt. Und die Kienitzer wollten ihn nach der Wende behalten. Er wird gepflegt und steht sogar auf der Landesdenkmalliste. Hinzugekommen ist ein Denkmal für alle Opfer des Krieges. Bis 1944 pendelte hier eine Fähre über die Oder. Die Kienitzer wünschen sich, dass bald wieder eine fährt. Am 26. August gibt es einen Tag lang die Möglichkeit, mit dem Fahrrad und dem Auto direkt hinüber zu kommen. Dann kann man in Polen eine wunderschöne Landschaft entdecken und nette Menschen treffen.

Kienitzer Ansichten

Doret-Nanette Grzimek ist schon in den 70er Jahren nach Kienitz gekommen. Auf einem alten Bauernhof hat sie einen wunderschönen Ort geschaffen. Dort kreiert die Keramikerin sehr besondere Stücke. Die ruhige Landschaft an der Oder inspiriert sie. Heute lebt Kienitz vom Tourismus und bietet gemütliche Orte zum Essen und Übernachten. Gleich hinterm Deich betreiben Norbert und Steffi das "Uferloos". Der Naturerlebnishof zelebriert jeden Morgen mit allen gemeinsam das Frühstück. Manche kommen extra aus Berlin hierher. Keine 400 Meter weiter lädt der "Gasthof zum Hafen" ein. Gut bürgerliche Küche, freundliche Bedienung und geöffnet von Ostern bis Oktober. Hier kehren Fahrradtouristen und Einheimische gleichermaßen ein. In der "Hafenmühle" - gleich hinterm Deich - kann man übernachten. Am Wochenende öffnet das Café: Ein Ort der Ruhe und der Kunst.

Serviceinformationen