Carla Kniestedt bei Jessika von Kiparski auf dem Gewerbehof in der Urbanstraße. Quelle: Ben Linse
Ben Linse
Carla Kniestedt bei Jessika von Kiparski auf dem Gewerbehof in der Urbanstraße. | Bild: Ben Linse

Berlin - Kreuzberg/Neukölln - Carla Kniestedt schaut sich in der Urbanstraße um

Die 24-Stunden – Kneipe +++ Der erste eSport-Verein +++ Das Restaurantschiff im Hafen

Zwar wirkt die Straße auf den ersten Blick eher unschön, geprägt von durchfahrenden Autos und Straßenlärm. Aber es lohnt sich trotzdem, dort einmal anzuhalten und genauer hinzuschauen. Denn natürlich leben und arbeiten hier interessante Menschen. Man kann einkehren zum gemütlichen Bier oder romantisch dinieren auf dem Wasser.

Die hippen Betreiber haben die typische Berliner Eckkneipe "Bierhaus Urban" so gelassen wie sie ist und das soll auch so bleiben. Denn solche Etablissements sind inzwischen rar geworden in der Stadt. Das Markenzeichen: Die Kneipe ist rund um die Uhr geöffnet. Die Tür hat deshalb gar kein Schloss. Denn es ist immer jemand da. Abends und nachts gibt’s Livemusik und morgens kommen die Handwerker auf einen Kaffee vorbei.

Der Gewerbehof in der Urbanstraße. Quelle: Ben Linse
Der Gewerbehof in der Urbanstraße. | Bild: Ben Linse

Das gibt es nicht mehr so häufig in der Innenstadt – eine Baulücke in der ein Gewerbehof für Handwerksbetriebe ist, die nicht so viel Platz brauchen: Schleifmaschinenverleih, Maler, Verputzer, Schreinerei, Naturfarben für die ökologische Innenraumgestaltung. Und dann gibt es noch Lotte die Hofkatze.

Berlins erster eSport-Verein lockt die Fans in die Urbanstraße. In Asien sind solche Vereine inzwischen zahlreich zu finden. In Europa geht’s erst langsam los. Das "e" steht für elektronisch, der Wettstreit findet also am Computer statt. Ab 20 Uhr öffnen die Türen und sonntags gibt’s Workshops für Jugendliche.

In der Urbanstraße ließ einst Friedrich Wilhelm II. für den in Berlin verstorbenen Botschafter des osmanischen Reiches in Preußen die erste muslimische Begräbnisstätte der Stadt errichten. Heute steht hier eine Schule und ein Gedenkstein erinnert an den Friedhof. Carla Kniestedt geht beim Bestattungsinstitut in der Urbanstraße vorbei und erfährt, dass dort auch islamische Bestattungen organisiert werden und wie es zu der Erfindung von "Sargdiscount" kam.

In der Urbanstraße sind die Mieten im Durchschnitt noch einigermaßen verträglich. Deshalb leben und arbeiten auch viele Künstler hier. Zufällig sind vier von ihnen ganz nah beieinander kreativ. Es entstehen Skulpturen, Keramik, riesige Porträtbilder, Bühnenbilder und Kostüme. Ganz neu ist der Projektraum für Kunst und Kultur. Am Atelier von Isolde Krams kann man auch Kurse besuchen.

Und natürlich hat sicheiniges verändert in der Straße. Im alten Urban-Klinikum sind Wohnungen entstanden und es gibt ein buddhistisches Zentrum und vieles mehr. Da wo einst der größte Binnenhafen Berlins war ist heute eine Parkanlage und das neue Klinikum. Die Gegend heißt nur noch "am Urbanhafen".

Auf dem Restaurantschiff am Urbanhafen geht es schon mit dem Frühstück los. Quelle: Ben LinseAuf dem Restaurantschiff am Urbanhafen geht es schon mit dem Frühstück los.

Mit Blick aufs Wasser kann man ein wenig Romantik mitten in der Stadt genießen. Auf dem Landwehrkanal am ehemaligen Urbanhafen ankert ein Restaurant-Schiff. Von Frühstück bis Abendessen können die Gäste auch Maritimes genießen. Auf dem Schiff wird auch frisch geräuchert.