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Gartz - Uckermark - Ulli Zelle ankert in Gartz (Oder)

Letzter Fischer +++ Gute Freunde +++ Alte Kapelle

Die Oder – der Fluss zwischen zwei Ländern mit seiner schönen Landschaft - hat jahrhundertelang das Leben in der einstigen Hansestadt Gartz bestimmt. Die Stadt liegt im äußersten Nordosten Brandenburgs zwischen Schwedt und dem polnischen Stettin. Der Nationalpark Unteres Odertal beeinflusst heute das Leben der 2500 Einwohner und lockt die Touristen an.

Naturliebhaber können dort seltene Vögel beobachten. Tausende Kraniche rasten im Odertal und im Winter gibt es besondere Konzerte, wenn die Singschwäne aus dem hohen Norden vorbeikommen. Radfahrer können den Nationalpark auf dem Oder-Neiße-Radweg erkunden.

Statt Lastenkähnen und Fischerbooten bestimmen heute Freizeitschiffe das Bild auf der Oder bei Gartz. Die Stadt selbst hat einen neuen Yachthafen errichtet. Boote bis zu 14 Metern Länge können dort anlegen. Am Bollwerk ist auch Platz für größere Boote und sogar Passagierschiffe. Roland Albrecht kennt die Gegend seit 30 Jahren und hat Ulli Zelle auf sein Motorboot eingeladen. Der Gartzer vermietet Boote aber auch Zimmer.

Abenteuer Oder Quelle: Ben LinseAbenteuer Oder

Einen Fischer gibt es noch auf der Oder bei Gartz. Lutz Zimmermann macht das nun in der siebten Generation. Seit 1983 übt er seinen Traumberuf aus. 400 Hektar Wasser sind sein Fischreich. Freitags verkauft er seinen Fang frisch auf dem Markt.

Gartz war einmal eine bedeutende Hansestadt. Der alte Oderspeicher - um 1900 erbaut – zeugt von dieser Zeit. Tabak und Getreide wurden einst dort gelagert. Heute sind die drei Etagen zu insgesamt zehn Wohnungen ausgebaut, mit tollen alten Balken und Blick auf den Fluss.

Im zweiten Weltkrieg wurde Gartz fast vollständig zerstört. Es gibt nur noch wenige historische Gebäude, die von der einstigen Blüte der Stadt zeugen: Das Stettiner Tor aus dem 13. Jahrhundert, das Rathaus, der alte Kanonenschuppen, die Stephanskirche, in deren Ruine heute Konzerte unter freiem Himmel stattfinden und die Heilig-Geist- Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. Am 3. Juni und am 3. Oktober 2018 ist darin eine besondere Ausstellung zu sehen mit Bildern und Erinnerungsstücken vom verloren gegangenen Gartz.

Obwohl viele junge Leute durch die Ausbildung die Stadt verlassen, gibt es auch Zuzug dorthin. Vor allem aus dem Nachbarland Polen. Die Gartzer freut das. In den Kitas blüht das Leben, von Schließung bedrohte Grundschulen können aufatmen. Auch verfallene Häuser werden fachgerecht saniert. Die Nachbarn wohnen und arbeiten in der Stadt und so wurde der demografische Wandel in Gartz sogar gestoppt. Ein Drittel der Bewohner kommt inzwischen aus Polen.

Der größte Verein der Stadt ist der Fußballverein Blau-Weiß. In mehreren Kinder- und Jugendmannschaften spielen etwa 100 Nachwuchs-Kicker aus Gartz und aus den polnischen Nachbarorten gemeinsam. Die Blau-Weißen sind sogar Kreismeister. Blau und Weiß sind auch die Farben des Karnevalsvereins. Gartz gilt als Karnevalshochburg des Nordens. Schon seit 1960 wird der mit viel Aufwand und einem großen Umzug gefeiert.

Ulli Zelle trifft in der Pommernstube Münchener Radwanderer Quelle: Ben LinseUlli Zelle trifft in der Pommernstube Münchener Radwanderer

Die "Pommernstube" liegt direkt am Oder-Neiße-Radweg und wird von den Freizeitsportlern gerne für eine Pause genutzt. Denn dort kann man gut essen. Nicht nur frischen Oder-Fisch, sondern auch die üblichen beliebten Fleischgerichte.

Auch Ulli Zelle hat sich dort nach einem heißen Tag an der Oder gestärkt und dabei Radfahrer aus München getroffen, die auf dem Weg zur Ostsee sind.

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