Ulli sieht Sterne (Quelle: Ben Linse)
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Berlin - Schöneberg - Ulli Zelle auf der Höhe: der Insulaner

Sterne und Show auf dem Insulaner +++ Gärtnern und Feiern im Grünen +++ Risiken und Nebenwirkungen im Wasserturm
 
Der Insulaner liegt im Süden von Schöneberg direkt an der Grenze zu Steglitz. 75 Meter hoch ist der Berg, auf dessen Gipfel die Sternwarte mit Planetarium ein beliebter Anziehungspunkt ist. Aber wer weiß schon, dass hier im letzten Jahrhundert alles flach war? Den Namen „ Insulaner“ hat die künstliche Anhöhe der einst besonderen Insellage Westberlins zu verdanken. Der Insulaner wird sogar besungen.

Doch bekannt ist der Ort vor allem wegen der Sternwarte mit dem Planetarium. Das Fernrohr in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte stammt aus dem Jahr 1889. Die Linse ist so groß wie eine Langspielplatte. 1963 wurde die Sternwarte an diesem Ort für Fachleute und Hobbyastronomen errichtet, weil es dort für Stadtverhältnisse recht dunkel ist. Sie ist die größte Volkssternwarte Berlins. Gerade jetzt im August und dann nochmal im Dezember sind besonders viele Perseiden zu sehen - der Volksmund auch Sternschnuppen genannt. Wer die echte Show am Sternenhimmel verpasst, kann das im 20 Meter hohen Kuppelraum des Zeiss-Planetariums am Fuße des Insulaners nachholen. Eine 360-Grad-Videoprojektion lässt den Sternenhimmel wie live erscheinen. Auf der anderen Seite vom Insulaner sind die Rauhen Berge, eine natürliche Erhebung. Auf der Spitze steht ein Wasserturm. Keiner wollte ihn, bis Wolfgang Becker-Brüser mit seinem kritischen "arznei-telegramm" einzog und den Ort für seinen Verlag etablierte.

Der Insulaner ist eines der größten Erholungsgebiete zwischen Schöneberg und Steglitz. Joggen, Walken, Radfahren, aber auch Minigolfspielen sind dort angesagt. Nicht zu vergessen: das Gärtnern. Denn eine der größten, zusammenhängenden Gartenkolonien Deutschlands liegt am Insulaner zwischen Südgelände und Priesterweg. Auf 74 Hektar Fläche gibt es 26 Kleingarten-Kolonien. Bei den "Sonnenbadern" ist Thomas Ball der Chef. Mit viel Humor zieht er durch sein Reich und passt auf, dass die Mittagsruhe eingehalten wird. Die Kleingärtner der verschiedenen Kolonien sind freundschaftlich verbunden. Einmal im Jahr feiern sie gemeinsam, egal ob es regnet oder die Sonne scheint.

Impressionen vom Drehtag

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Serviceinformationen

Wetterabhängig ist der Wirt von der Gartenwirtschaft "Süden" im Bahnhof Priesterweg. Denn die meisten Gäste bevorzugen einen Platz auf der großen Terrasse im Grünen. Gastwirt Klaus Helbig lockt außerdem mit bodenständiger Küche aus Süddeutschland. Saumagen, wie ihn Helmut Kohl mochte, ist eines der Lieblingsgerichte seiner Gäste. Gut gesättigt bietet sich dann ein Besuch im Freilichttheater der "Shakespeare Company Berlin" auf dem Schöneberger Südgelände an. Die Schauspieler haben sich auf den humorvollen Stoff des englischen Dramatikers spezialisiert. Die Kombination „Natur und Kultur“ lockt immer mehr Berliner. Im Augenblick steht der "Sommernachtstraum" auf dem Spielplan.