Zelle feiert Ruhland (Quelle: Ben Linse)
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Brandenburg - Oberspreewald-Lausitz - Ulli Zelle besucht das kleine Städtchen Ruhland

Der Marktplatz in Ruhland+++Herr Ruhland als Nachtwächter+++Ruhlander Firma auf Erfolgskurs
 
Brandenburg oder Sachsen - das ist die Frage. 16 Kilometer vor der Landesgrenze zu Sachsen liegt das kleine Städtchen Ruhland, das seit 1991 zu Brandenburg gehört, obwohl es in der langen Geschichte des Ortes meistens Teil Sachsens war. So sind sich die Leute auch heute nicht ganz einig, ob sie sich als Sachsen oder Brandenburger fühlen. Obwohl eine Umfrage des HEIMATJOURNALs - allerdings nicht repräsentativ - zugunsten von Brandenburg ausfiel. Ruhland liegt 100 Kilometer südwestlich von Berlin und Potsdam und damit eher im Speckgürtel von Dresden, denn das ist nur 50 Kilometer entfernt.

Es ist eine hübsche Stadt, sanierte Häuser umrunden den Marktplatz. Eine Postsäule und ein Brunnen zieren den Mittelpunkt des Ortes. Die Postsäule haben die Ruhlander neu gebaut, auch wenn sie uralt aussieht. Denn 1830 war diese verschwunden. Anhand von Zeichnungen wurde sie wieder aufgebaut und 2012 an ihrem angestammten Platz aufgestellt. Seit der 700-Jahrfeier gibt es auch wieder einen Stadtwächter, der kurioserweise wie der Ort heißt, also Christoph Ruhland. Auf Wunsch führt er durch die Gassen zum ältesten Haus, einen Fachwerkbau von 1872, oder zum Gutshaus, das heute Heimatmuseum und Standesamt beherbergt.

Ruhland - der Name ist Programm: Es lebt sich ruhig in Ruhland. Zumindest gibt es alles, was man braucht und das auch noch in bester Qualität. Fleischer Ulrich Lehmann ist eine kommunale Größe. Er beschäftigt 44 Leute und liefert Wurst und Fleisch bis nach Cottbus und Dresden. Sven Jacobi ist Bäcker wie viele seiner Vorfahren. Seit 1890 haben die Jacobis ihre Bäckerei. Frank Vetter hat sich auf Vitamine spezialisiert und ist ein Unikum als Gemüsehändler. Er ist von Sachsen extra dorthin gezogen, um den Laden aufzumachen. Da hat Brandenburg wohl den Sachsen etwas voraus, denn auch die Startup-Firma „Windpowersystems“ ist extra nach Ruhland gekommen. Ihr wurde in Brandenburg förmlich der rote Teppich ausgerollt, nachdem Sachsen die Fördergelder gestrichen hatte. Mit Hilfe ihrer einzigartigen, selbst entwickelten Kabine können Rotorblätter an Windrädern repariert werden.

Impressionen vom Drehtag

Barbara Seidl-Lampa hat auch im Winter einen der schönsten Gärten. Das hängt mit ihrer Kunst zusammen. Sie macht Frauenfiguren aus Ton, die überall zwischen Bäumen und Sträuchern stehen. Aber sie malt auch in ihrem Atelier am Rand von Ruhland und bald gestaltet sie eine Ausstellung im Senftenberger Rathaus. Eine andere tolle Frau ist Mandy Schulz, die mit ihrer „Mobilen Bar“ die Party in den Garten bringt. Sie hat einen Verkaufswagen umbauen lassen und schenkt, je nach Wunsch der Gäste aus, ob Crémant oder Moscow Mule. Gelegentlich steht sie auch auf dem Marktplatz der Stadt, denn immer mittwochs ist Markttag in Ruhland.

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