Ulli Zelle mit der Oranisatorin des Adventsmarktes Luca Thieme Quelle: Ben Linse
Ben Linse
Ulli Zelle mit der Oranisatorin des Adventsmarktes Luca Thieme | Bild: Ben Linse

Brandenburg - Frankfurt(Oder) - Ulli Zelle besucht den Adventsmarkt in der St.-Marien-Kirche

Adventsmarkt in der Kirche +++ Eislaufbahn in Słubice +++ Meisterwerk in der Ausstellung

Der Adventsmarkt lockt viele Frankfurter und ihre Gäste in die mittelalterliche, zauberhaft beleuchtete Kirche. Erstmals veranstaltet wurde er 1999 auf Initiative von zwölf Frankfurter Frauen, die mit den Einnahmen des Marktes die Kirchenruine weiter aufbauen wollten – der Erlös des ersten Adventsmarktes ging in das Ziffernblatt der Uhr. Angefangen hat es mit zehn Ständen, heute sind es bereits 70. Inzwischen organisiert schon die Tochter einer Initiatorin den zur Tradition gewordenen Markt in Frankfurt(Oder).

Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Sankt Marienkirche fast vollständig zerstört. Sie hatte kein Dach und keine Fenster, viele tragende Säulen fehlten und der Fußboden war nur noch Sand. Zum Glück wurden die Reste aber nicht – wie andernorts in der DDR – abgerissen, sondern gesichert. Nach der Wende ist die Kirche in kleinen Schritten teilweise wieder aufgebaut worden. Heute ist sie vor allem ein Kultur- und Veranstaltungszentrum der Stadt.

Bis heute wird ein Teil des Eintrittsgeldes als Spende für den Erhalt der Kirche verwendet. Der Adventsmarkt hat eine bezaubernde Atmosphäre. Kunsthandwerker präsentieren sich. Es gibt auch selbst gemachte Speisen, Getränke und weihnachtliche Darbietungen. Auch polnische Händler bieten in der Marienkirche ihre Sachen an – etwa Tiffany-Lampen, Wolle, Honig, Schmuck, Leder, Filz oder Schaffelle. Das weihnachtliche Treiben in der Kirche ist wie eine kleine Insel inmitten der Deutsch-Polnischen Oderweihnacht vor dem imposanten alten Rathaus der Stadt.

Wer heute durch die Oderstadt spaziert, hat kaum noch eine Vorstellung davon, wie die Stadt noch bis zum 2. Weltkrieg ausgesehen hat. Ein Bild davon vermittelt der Frankfurter Künstler Christoph Neubauer. Auch die St. Marien-Kirche hat er wiederauferstehen lassen - zumindest virtuell. Der 3D–Grafiker visualisiert Architektur, die verloren gegangen ist. Ein großartiges Erlebnis, das auch im Frankfurter Museum Viadrina zu sehen ist.

Eine Besonderheit bietet die Oderstadt alljährlich in der Vorweihnachtszeit. Seit mehr als 50 Jahren werden die Rentner der Stadt zur Weihnachtsveranstaltung "Wir sind eine große Familie" eingeladen. Das ist einmalig in Deutschland. Mehrere Tage lang kommen die älteren Mitbürger zum Kaffeetrinken, Bühnenprogramm und Tanz. Für viele ist dieser Termin ein Muss in der Adventszeit.

Weihnachtsmarkt in der Marienkirche Frankfurt (Oder)

In das "Museum Junge Kunst" im Frankfurter Rathaus – gleich gegenüber der St.-Marien-Kirche - lockt das berühmte Werk von Gerhard Richter "Die Sekretärin". Schon die Ankunft der enorm wertvollen Fracht in einer großen klimatisierten Kiste war spannend. Mit allerhöchster Vorsicht musste das über 30 Kilo schwere Bild ausgepackt werden. Zu sehen ist es nun in der Ausstellung "Real Pop 1960-1985".

Einmal über die Oder-Brücke und schon ist man im polnischen Słubice. Dort gibt es jedes Jahr einen vorweihnachtlichen Ort, der auch von vielen Frankfurtern gern besucht wird – die Eislaufbahn.

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