Im Zeitungsarchiv verbergen sich wirklich Schätze Quelle: Ben Linse, rbb
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Im Zeitungsarchiv verbergen sich wirklich Schätze | Bild: Ben Linse, rbb

Berlin – Moabit - Ulli Zelle entdeckt den Westhafen

Rundgang im größten Hafen Berlins +++ Events in Lagerhalle Nr. 1 +++ Deftiges in Violettas Imbiss

Der Westhafen ist der größte Hafen der Stadt. Egal ob man auf der Straße oder auf der Schiene an ihm vorbeifährt - er ist weithin sichtbar und hat einst das Leben der Gegend geprägt. Umgeschlagen wird immer noch viel:  Das reicht von Kohle über Kaffee bis zu Getreide und Gasturbinen. Aber da ein Hafen heutzutage nicht mehr nur Umschlagplatz für Güter ist, befinden sich in den zahlreichen Gebäuden viele andere Einrichtungen, die mit dem Hafenleben nichts zu tun haben.

Das Gelände des Westhafens hat zwei Hafenbecken, ist 40 Hektar groß und die Architektur der Industriegebäude ist einzigartig. Aus luftiger Höhe von 52 Metern kann man vom Verwaltungsgebäude alles gut überblicken. Der Hafen ist ein Landesbetrieb und sehr erfolgreich. Die BEHALA – also die Berliner Hafen- und Lagerhaus GmbH schreibt schwarze Zahlen. 250 Mitarbeiter arbeiten dort. Von den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven kommen jeden Tag Binnenschiffe und auch ein Containerzug hält dort täglich. Der angelieferte Kaffee beispielsweise wird zunächst in einem großen Speicher gelagert und dann für die Kunden durch ein weit verzweigtes Röhrensystem auf etwa 90 Silos verteilt. Spanien mitten in Berlin! Der Lebensmittelhändler Andupez hat in einem der alten Speicher gute Lagermöglichkeiten für spanischen Käse, Schinken, Öle und Wein. Bis zu 1200 Produkte finden dort Platz und werden nach ganz Deutschland geliefert. Es gibt auch zwei eigene Läden in Berlin und München. Ulli Zelle darf natürlich kosten.

Noch riesiger ist die Lagerhalle 1 - einer der angesagtesten Tagungsorte Berlins. Verantwortlich dafür ist das Westhafen Event & Convention Center – kurz WECC . Auf 2.800  Quadratmetern finden Kongresse und Events statt.  Bis zu 1.500 Personen können zu den Veranstaltungen kommen. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in der großen Halle der Ford zusammen geschraubt. Dann lagerten im Speicher Mehl, Kaffee oder Tabak. Etwas ganz Besonderes gibt es im ehemaligen Getreidelager. Der Betriebsteil der Staatsbibliothek Berlin hat dort die größte Zeitungs-Sammlung Deutschlands. Seit 1997 verbergen sich in den Regalen im Westhafen wahre Schätze! 300 000 Medien - deutsche und internationale Zeitungen aus 400 Jahren. Im Lesesaal kann man in 90 aktuellen Zeitungen aus aller Welt stöbern.

Neue Einblicke auf einem historischen Gelände

Seit sieben Jahren bietet Violetta auf dem Hafengelände bodenständige Küche an: Buletten, Schnitzel, Senfeier, Kassler, Omelett – der deftige Speiseplan ist für Arbeiter gemacht. Ihr Imbiss in einer ehemaligen LKW-Waage ist inzwischen eine Institution. Kunst gibt’s seit einem Jahr im alten Güterbahnhof vom Westhafen. Im ZKU – dem Zentrum für Kunst und Urbanistik - haben sich Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler versammelt. Aber auch Stadtforscher und natürlich die Moabiter kommen dorthin. Ein Raum für Ideen, Workshops und Veranstaltungen zum Thema Stadt. Und wie so oft in Berlin gibt es zwischen Autobahn und Bahngleisen eine Kleingartenanlage, in dem Fall zusätzlich auch noch begrenzt von Hafen und Heizkraftwerk. Die 10 Pächter fühlen sich trotzdem wohl.

Serviceinformationen

  • Der Hafen

  • Spanische Lebensmittel

  • Westhafen Event & Convention Center – WECC

  • Zeitungsabteilung

  • Kunstraum

Der Westhafen in Berlin