Moderator Ulli Zelle am Hafen in Kladow (Quelle: rbb)
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Berlin-Spandau - Ulli Zelle entert Kladow am Stadtrand

Wildkräuter im Garten+++Segeln mit Guinness+++Musizieren am Abend
 
Kladow ist ein beliebter Wohn- und Ausflugsort in Berlin-Spandau und gut mit der BVG zu erreichen, allerdings mit der schwimmenden. Die Fähre fährt im 20-Minutentakt. Die Havel auf der einen Seite, viel Wald und der Glienicker See auf der anderen Seite machen aus Kladow einen grünen Ort. Seit 1947 residiert am Hafen auch der Deutsch-Britische Yachtclub. Typisch für Kladow ist die Bezeichnung "Imchen", mit Imcheninsel und Imchenallee, die direkt an der Marina vorbeiführt.

Imchen hat etwas mit dem Volk der Wenden zu tun hat, das Bienenzucht betrieben hat. Und die hatten von ihren germanischen Vorgängern das Wort „Imbe“ – später Imchen - übernommen, das so viel wie Wolke oder Schwarm bedeutet. Die Kladower haben dazu auch ein Imchen-Fest, auf dem die Imchen-Combo spielt. Die Band probt im Garten hinterm schmucken Vereinshaus vom Kladower Forum. Jeden Montagabend swingt, bluest oder schlagert es sehr professionell. Dabei sind – bis auf die Chefin – die Musiker im „eigentlichen“ Leben: Lehrer, Möbelhaus-Geschäftsführer, Steuerberater oder Verwaltungsangestellte.

Wer die Imchenallee entlang schlendert, kommt an schönen Villen und Gärten vorbei. Ein besonderer Garten gehört dem Bezirk Spandau: der Fränkel-Garten. Dort ist alles gut strukturiert. Im Garten von Katja Gurkasch geht es dagegen wild zu. Sie hat den Garten ihrer Kindheit zum Wildkräutergarten umgestaltet. Kreativ ist die ehemalige Kulissenmalerin auch in der Küche. Haben Sie schon einmal eine Brennnessel-Bulette probiert? Ulli Zelle ist ganz verzaubert von der fleischlosen Variante der Berliner Lieblingsspeise. Katja Gurkasch will ihren "Essbaren Garten Kladow" auch weiter vermarkten. So will sie demnächst alles, was darin wächst, in leckere Soßen und Pasten verwandeln.

Schnappschüsse aus Kladow 

Im alten Zentrum von Kladow erkennt man noch den dörflichen Charakter. Dort hat sich das Münchener Ehepaar Tietz in den 1990ern niedergelassen und aus einem verfallenen Bauerngehöft ein modernes Mehrgenerationenhaus gemacht. Zu Familienfesten trifft man sich in der Tenne, lesen kann man in der großen Bibliothek. Christian Tietz hat jahrelang als Architekt für das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gearbeitet. Es ist eine besondere medizinische Einrichtung und zugleich Lehrkrankenhaus der Charité. Neben der klassischen Schulmedizin wird ein Begleitprogramm angeboten nach anthroposophischen Grundsätzen: Dazu gehören spezielle Heilanwendungen und Therapien. Einzigartig in Berlin ist auch das Arbeiten in Teams, die aus Medizinern, Therapeuten und Pflegekräften bestehen.

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