Ulli Zelle händigt den Schlüssel für die Garderobe im alten Stadtbad aus. Quelle: rbb
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Ulli Zelle händigt den Schlüssel für die Garderobe im alten Stadtbad aus. | Bild: rbb

Berlin-Steglitz - Ulli Zelle erkundet das Bismarckviertel

Verstrickt – Kurs bei Frau Wolle +++ Verwinkelt – Tour durch das Stadtbad +++ Verzaubert – Kochen im  Padre Pia

Das Bismarckviertel wurde um 1900 erbaut und ist heute mit seinen Gründerzeithäusern im Nordosten von Steglitz eine ruhige Wohngegend mit besonderen architektonischen Highlights. Außerdem gehören gleich mehrere Schulen und die große Lukaskirche zum Kiez.

Nicht nur die Bismarckstraße - sozusagen die Hauptstraße des Viertels mit kleinen Läden und Gaststätten - erinnert an den ersten Reichskanzler, sondern gleich 15 Straßen und 2 Plätze. Es gibt eine Altmarkstraße, weil Bismarck in der Altmark geboren worden ist, eine Göttinger Straße, weil er dort studierte und eine Friedrichsruher Straße, weil das Gut Friedrichsruh einst Bismarck gehörte. Schon seit 37 Jahren residiert  „Frau Wolle“ in der Bismarckstraße. Mit Strickkursen in ihrem Laden liegt Regina Schauwecker voll im Trend. Denn inzwischen ist es wieder hip, für die eigenen Sachen die Nadeln zu kreuzen. Das machen sogar Männer. Seit drei Jahren wird so manches Garn  bei "Frau Wolle" verstrickt.

Marie-Luise Linderer und Christine Kluthe wohnen gerne am  Lauenburger Platz,  einem Gartendenkmal mit Ententeich. Vom Balkon aus können sie weit ins Grüne schauen. Im "Schutzengel-Haus" fühlen sich Kinder und Jugendliche wohl. Dort haben sie die Möglichkeit, unter sich zu sein und ihre Freizeit zu verbringen. Bis zu 50 Kinder kommen täglich in die Einrichtung der Berliner Kinderhilfe. Bei einem Spaziergang durchs Viertel kann man die Reste der expressionistischen Straßenfront der ersten Hochgarage Deutschlands entdecken. Oder den mächtigen Wasserturm auf dem Friedhof Bergstraße, der sich über die Häuser erhebt. Auch die Alte Post ist ein besonderes Gebäude.

Mit dem Roller unterwegs im Bismarckviertel

Das alte Stadtbad – ein Juwel des Jugendstils - teilt sein Schicksal mit vielen historischen Berliner Stadtbädern: Es ist seit Jahren geschlossen. Aber für die Wannen-, Brause- und Stadtbadeanstalt gibt es Pläne, sie wieder zu eröffnen. Ulli Zelle erkundet das Gemäuer aus dem Jahr 1906. In der Lukaskirche, die beinahe wie eine Burg wirkt, gibt es eine lebendige Gemeinde. Herbstfest, Theater, eine Band – dort  sind viele Menschen aktiv. Wer auf den Turm steigt, kann das Bismarckviertel wunderbar überschauen. Und vielleicht Padre Pio entdecken. In einem der kleinsten italienischen Restaurants der Stadt  – einer Taverne - ist es immer voll. Vorbestellungen sichern einen Tisch, auf dem Maria Spinnato beste sardische Küche kredenzt. Und singen kann sie auch noch!

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Das Bismarckviertel