(Quelle: rbb/Günther Trept)
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Bild: rbb/Günther Trept

- Ulli Zelle ist im Westfälischen Viertel unterwegs

Wunderkammer voller Kostbarkeiten+++Backstube voller Quereinsteiger+++Schaufenster voller Kleinigkeiten
 
Im Westfälischen Viertel in Berlin gibt es eine Bochumer und eine Dortmunder Straße. Bochum wie Dortmund gehören zu Westfalen. Es gibt auch eine Elberfelder und eine Solinger Straße und die liegen nicht in Westfalen, sondern im Bergischen Land. Vielleicht haben die Berliner Stadtplaner um 1900 es nicht so ganz genau genommen bei der Benennung des Quartiers, in dem das  HEIMATJOURNAL noch viel mehr Interessantes entdeckt hat.

Auffallend viele kleine Läden haben originell gestaltete Schaufenster. Der Parkettleger sorgt mit einer coolen Katze mit Sonnenbrille für einen Hingucker. Ein Taxiunternehmer hat aus seinem Schaufenster eine Galerie gemacht. Das größte Schaufenster hat die Schaubäckerei Domberger. Florian Domberger will, dass seine Kunden ihm beim Backen auf die Finger schauen. Der Quereinsteiger hat aber noch eine andere Mission: "dem Weizen seine Würde zurückzugeben".

Auch das Schaufenster der Duponts macht neugierig. Was Klaus Dupont im Keller kreiert, verkauft seine Frau im Laden drüber. Beide zieht es jedes Jahr auf Flohmärkte nach Frankreich, Italien und Spanien. Aus alten Kerzenständern werden neue, aufgehübscht mit Steinen, Perlen, Federn oder anderen Materialien verziert, Hauptsache ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist auch die Stimmenakrobatik von Vokalkünstler Christian Wolz, der in seiner kleinen Hinterhofwohnung ein Studio hat. Seit 30 Jahren macht er Performance. Sein Instrument ist seine Stimme, die gemischt mit elektronischer Musik einmalige Klangkollagen zaubert.

Das Afrikahaus feiert 25-jähriges Bestehen. In dem Ort für transkulturelle Begegnungen bieten verschiedene Vereine Workshops mit politischen und gesellschaftlichen Themen, organisieren Kunstausstellungen oder laden zum Essen ein. Der gute Geist dahinter ist Oumar Diallo. Er kam vor vielen Jahren aus Ghana über Frankreich nach Berlin und brachte sein ansteckendes Lachen mit.

Unterwegs im Westfälischen Viertel 

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