Zelle in der Kutsche (Quelle: Ben Linse)
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Berlin-Pankow - Ulli Zelle kutscht durch Blankenburg

Idylle in Gefahr+++Dorfleben in der Stadt+++Golfen auf den Rieselfeldern
 
Berlin-Blankenburg ist ein echtes Dorf inmitten einer Großstadt - mit Kirche und S-Bahn-Anschluss. Zum Ortsteil gehört eine riesige Siedlung, in der sich mehr als 6000 Berliner erholen. Mittendrin wächst dort zurzeit der Unmut gegen den Berliner Senat, der auf der Fläche ein neues Stadtquartier bauen will – den so genannten Blankenburger Süden. Die Besitzer von Gärten, Datschen und Eigenheimen wehren sich.

Kutscher (Quelle: Ben Linse)
Kutscher Peter Siebke

Der alte Dorfkern hat sich kaum verändert. Nur die Fassaden sind hübscher geworden. Kutscher Peter Siebke fährt mit seiner Kusche aus Kaiserzeiten Gäste oder Hochzeitspaare durch den Ort. Auch die Feuerwehr hat ein "Phänomen" - das ist ein altes Feuerwehrauto von 1954. Klaus Wenzel kümmert sich liebevoll um das Fahrzeug und die alte Feuerwehrspritze. Sohn Thomas ist seit dem 16. Lebensjahr freiwilliger Feuerwehrmann und wohnt gleich neben der Wache. 170 Mal mussten die Männer und Frauen im letzten Jahr helfen.

In der Kirche (Quelle: Ben Linse)
Pfarrer Hagen Kühne

Sybill Janetz ist zugezogen und engagiert sich im Ort. Sie plant eine Bücherbox und sammelt gerade Geld dafür. Mitten auf dem Dorfplatz soll sie gebaut werden - mit Sitzbank und schwarzem Brett. Sybill Janetz wohnt mit ihrer Familie in der Siedlung außerhalb des Dorfkerns. Für die Kinder hat sie das kleine grüne Reich geschaffen. Anschluss zu finden, war nicht so einfach, gesteht sie. Die Kirche verbindet. Pfarrer Hagen Kühne freut sich über eine muntere junge Gemeinde. Viele Kinder und Jugendliche kommen zu ihm zur Christenlehre. Wenn im Dorf gefeiert wird, ist auch die Kirchengemeinde dabei. Aber auch, wenn Hilfe gebraucht wird. Wie gerade jetzt, da das Gotteshaus zu bröckeln anfängt und die Feldsteine neu verputzt werden müssen.

Weitere Impressionen vom Drehtag! 

Ulli Zelle am Pranger (Quelle: Ben Linse)
Ulli Zelle am Pranger

Auf den ehemaligen Rieselfeldern am Rande von Blankenburg gibt es seit 2005 einen Golfplatz. Auf 68 Hektar Fläche können Anfänger oder Profis Bälle einlochen. Betreiber Paul Wagmüller hat selbst erst vor zwölf Jahren mit dem Sport angefangen. Heute gibt er Golf-Kurse für Einsteiger oder Fortgeschrittene. Ob es in Blankenburg jemals eine Burg gab, ist nicht bewiesen. Auf dem Golfplatz stehen zumindest Mauerreste, die entfernt an eine Burg erinnern. Ein kleiner Scherz der Betreiber: Diese Blankenburg ist ein WC-Häuschen.