Titelbild Golßen (Quelle: Ben Linse)
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Brandenburg - Unterspreewald - Ulli Zelle radelt durch Golßen und Ortsteile

Gurkenstadt und Gurkenradweg +++ Ölmühle und 14 Ölsorten +++ Gartenzaunkunst und Gartenarchitektur
 
Golßen liegt am Rande des Spreewaldes, wo es noch keine Fließe zum Kahnfahren gibt. Also erkundet man per Rad das hübsche Städtchen mit seinen knapp 2500 Einwohnern, mit farbenfroh saniertem Stadtkern und dem neugotischen Rathaus von 1904. Besonders bunt ist es, wenn Markttag ist. Eine der ersten Adressen ist das Hotel-Restaurant "Zur Spreewälderin". Dort steht ein Original-Spreewaldkahn - allerdings auf dem Trockenen.

Auf dem Gurkenhof Frehn im Golßener Anbaugebiet sollten die Gurkenpflänzchen eigentlich schon aufs Feld. Aber das Wetter macht Probleme. Nass und kalt: So gedeiht das "Grüngemüse" bislang nur im Gewächshaus. Diana Frehn ist studierte Landwirtin und kennt sich mit Gurken richtig aus. Aber nicht nur das. Gemeinsam mit Freund Florian sind sie auch das Gurkenkönigspaar. In Golßen wird nicht nur angebaut, dort wird auch verarbeitet - beim größten Produzenten für Spreewälder Gurken überhaupt. Dabei hat jede Familie ihr Geheimrezept.

Der Gurken-Radweg ist eine Rundtour von etwa 250 Kilometer Länge durch den Spreewald. Auch die Sagritzer Kanow-Mühle kann man ansteuern.  Nachdem dort lange Jahre Mehl gemahlen worden war, wird seit 1911  Öl gepresst. Kanows Geschäftsidee sicherte seiner Familie die Existenz. Die Zeitung von damals berichtet von Kunden, die von weither kamen, um frisch gepresste Öle zu kaufen. Inzwischen stellt Christian Behrendt in siebenter Generation 14 verschiedene Ölsorten her, nach alter Tradition, aber mit neuer Technik.  Auch der Gutshof hat eine neue Bestimmung.  Familie Rinka aus Lübbenau hat ihn detailgetreu saniert und dort eine Pension, ein Hofcafé und eine Seifenmanufaktur eingerichtet.

Impressionen vom Dreh bei Aprilwetter

Die Golßener lieben ihre Vorgärten. Werner Rothe zum Beispiel schwärmt für Venedig. Er hat die Stadt seiner Träume auf die Wand des Vorgartens malen lassen. Im Nachbarort Landwehr wurde der Garten-Zaun bestrickt. Die Nachbarin hat ein kleines Heimatmuseum im Vorgarten und Hans-Jürgen Lehmann kunstvolle Holz-Figuren. Einen scheinbar verwunschenen Garten hat auch Ramona Oberföll . Die gelernte Kunstschmiedin entwirft und modelliert Glas-Skulpturen , die sie im eigenen Laden in Zützen verkauft. Das Haus wird oft als "Hexenhaus" bezeichnet, hängen doch überall Kräuter zum Trocknen , wie  z.B. Lungenkraut gegen Husten. Ihre Werke sind Unikate, so auch die Spreewaldgurke aus Glas.

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