Berlin - Tiergarten - Ulli Zelle spaziert durch den Großen Tiergarten

Die Themengärten im Tiergarten  +++ Das Atelier von Ben Wagin +++ Die georgische Botschaft

Den Großen Tiergarten kennen sicher die meisten. Tausende Autos rollen täglich über seine bekannteste Straße, die Straße des 17. Juni, und umkreisen am Großen Stern die Siegessäule, die zum Tiergarten gehört. Aber die wenigsten kennen den ältesten und zweitgrößten Park Berlins wirklich - nur das Tempelhofer Feld ist größer - mit seinen vielen Gesichtern, spannender Gartenarchitektur, Wasserläufen, Brücken, verzweigten Wegen und Alleen, Spiel – und Ruheplätzen. Deshalb spaziert Ulli Zelle einmal mitten hinein, um den Park zu erkunden.

Der Park verzaubert auf über 200 Quadratkilometern und die zahlreichen Denkmäler erzählen ein Stück Berliner Geschichte. Seinen Namen hat er, weil Anfang des 18. Jahrhunderts hier Tiere für die Jagdgelüste des Soldatenkönigs gehalten wurden. Friedrich der Große ließ ihn dann in einen öffentlichen Park umwandeln und Gartenkünstler wie Lenné und Knobelsdorff verwandelten ihn in ein lebendes Kunstwerk. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Berliner zum Heizen beinahe alle Bäume abgeholzt und gegen den Hunger Gemüsebeete angelegt. Nur wenige alte Bäume findet der Spaziergänger noch. Sie sind extra gekennzeichnet. Vor allem mit Baumspenden konnte der Große Tiergarten wieder aufgeforstet werden. Am Rand des Parks stehen seit Beginn des 19. Jahrhunderts prächtige Bauten, in denen schon immer diplomatische Vertretungen residiert haben. Eine davon ist heute die georgische Botschaft. Ulli Zelle darf den Botschafter besuchen. Über dieses Land weiß man eigentlich wenig. Das gerade laufende deutsch-georgische Jahr soll daran etwas ändern. Über 130 Veranstaltungen gibt es.

Quelle: Günther Trept, rbb

Der Tiergarten war für die größenwahnsinnigen Pläne der Nationalsozialisten zur "Welthauptstadt Germania" eine wichtige Adresse. Unterirdische Autobahnen sollten hier verlaufen. Das Achsenkreuz ist in der Unterwelt des Tiergartens noch erhalten aber nicht öffentlich zugänglich. Schöner ist es aber über der Erde, vor allem in den Themengärten. Die sind wirklich ein Geheimtipp. Gerade jetzt betört der Rosengarten. Nicht weit entfernt liegt der Steppengarten, der jüngste gärtnerische Themen-Park. Er ist so schön, weil sich ehrenamtliche Helfer rührend um ihn kümmern. Die Luiseninsel ist, wie der Name sagt, der Königin Luise gewidmet. Diese Gartenarchitektur muss gegen Kaninchen und Hunde mit einem Zaum geschützt werden. Zum Glück ist der Tiergarten gut beschildert, so dass man alles gut finden kann. Es gibt auch immer wieder große Wegweiser.

Spaziergang durch den Großen Tiergarten

Der ungewöhnliche Künstler Ben Wagin wohnt direkt am Rand des Großen Tiergartens. Er ist eng verbunden mit ihm. Eine alte emaillierte Hinweistafel aus dem Park nutzt er als Tisch. Die Siegessäule hat der Künstler mannigfach interpretiert und sein Gesellenstück als Schreiner ist einer Karte des Tiergartens nachempfunden. Auch heute gehen dem 87jährigen Aktionskünstler die Tiergarten-Ideen nicht aus. Einen ganzen Tag kann man im Park verbringen. Zu essen und zu trinken gibt es im Englischen Garten. Dort finden auch immer Sommerkonzerte mit freiem Eintritt. Ein beliebtes Cafe liegt am Neuen See. Von hier aus geht’s mit dem Boot übers Wasser. Man kann ziemlich weit rudern. Und dann ist da noch der immer gut besuchte Schleusenkrug.

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