Quelle: Ben Linse
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Berlin-Schöneberg - Ulli Zelle spaziert über den Viktoria-Luise-Platz

Der Lette-Verein+++Die Nachbarschaftsinitiative+++Die Restaurants
 
Alle, die hier wohnen, jung wie alt, sagen, es sei der schönste Platz Berlins. Einst als Schmuckplatz angelegt, hat der Viktoria-Luise-Platz seine besondere Ausstrahlung über die Jahrzehnte erhalten.

Am Viktoria-Luise-Platz 9, einem prächtigen alten Eckhaus, arbeitet Solveig-Runa Buchweitz und jeder kann das sehen. Die Rechtsanwältin sitzt mehr oder weniger im Schaufenster. In diesem Büro traf sich schon ihr Vater mit Mandanten. Das Haus hat für sie eine besondere Aura und ist fast im Originalzustand erhalten. Mit dem Fahrstuhl von 1905 geht es auf den Dachboden, auf dem man z.B. noch ein WC aus Kaiserzeiten findet, aber auch eine neue Dachterrasse mit viel Platz und mit Blick über die Dächer von Schöneberg.

In der Nachbarschaft sitzt der Lette-Verein. Einst wurde er gegründet, um jungen Frauen des Bürgertums eine Ausbildung zu ermöglichen, um im Notfall für ihr eigenes Auskommen sorgen zu können. Heute werden hier sieben verschiedene Ausbildungsberufe angeboten - vom Apothekerhandwerk bis zum Modedesign. Einer, der hier im Verein vor Jahren Fotograf gelernt hat, ist der Vater von Vincent Meyer, der heute den von seinem Vater vor 50 Jahren gleich in der Nachbarschaft eröffneten Laden weiterführt. Der junge Meyer sieht sich in der Tradition des Vorfahren. Für ihn ist der Viktoria-Luise-Platz das fotografische Herz Berlins.

Impressionen vom Viktoria-Luise-Platz

Eine Besonderheit ist die Pflege der guten Nachbarschaft. Markus Schulte lebt erst seit August im Kiez, hat über "nebenan.de" schon eine Tagesbetreuung für seinen Hund gefunden. Christine Kreilkamp hat Zeit und macht das gern. Sie hat schon einige Nachbarn über das Portal kennengelernt und trifft sich regelmäßig zum Doppelkopf. Beliebte Treffpunkte sind auch die Restaurants am Platz. Denn in Sachen Essen und Trinken braucht sich der "Vicky", wie die Leute den Platz nennen, nicht zu verstecken. In der „Schöneberger Weltlaterne“ gibt es zu rustikaler Küche noch Berliner Gassenhauer von der Chefin Angelika Rüdiger serviert und im „Osteria Ribaltone“ zaubert Wirt Marco Prandi italienische Leibspeisen aus seiner Heimat Valtelina, zum Beispiel "Pizzogere", eine Buchweizen-Tagliatelle mit Wirsing, Kartoffel, Knoblauch, Parmesan und Spezial-Käse aus den Bergen.

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