Ulli hat n Rad ab 2 (Quelle: Ben Linse)
Ben Linse
Bild: Ben Linse

Brandenburg - Märkisch-Oderland - Ulli Zelle tourt durch Neulewin im Oderbruch

Oderbruch-Scheune in Neulewin +++ Kolonisten-Kaffee in Neulietzegöricke +++ Oder-Fähre in Güstebieser Loose
 
Zur Gemeinde Neulewin gehören mehrere Orte. Um einige davon zu erkunden, leiht sich Ulli Zelle ein Rad bei der „Lindenwirtin“ aus. Bärbel Nolting führt die Pension direkt in Neulewin seit 28 Jahren. Obwohl die Einheimischen aus dem Oderbruch sehr verschlossen sein können, wird sie mittlerweile akzeptiert. Das Bruch hatte schon immer eine Faszination für Berliner. Schon zu DDR-Zeiten gehörte es für Künstler zum guten Ton, ein Häuschen dort zu haben.

Dabei ist die Gegend noch relativ jung. Der Alte Fritz hat das Gebiet an der Oder 1753 trockengelegt und dafür gesorgt, dass sich dort tüchtige Leute ansiedeln. So wie die Vorfahren von Martina Herrlich. Sie ist die Chefin des „Kolonisten-Kaffees“ in Neulietzegöricke. Ihre Familie gehörte zu den ersten Kolonisten im 18. Jahrhundert. Heute treffen sich Einheimische und Besucher bei ihr zum Kuchen. Die Spezialität des Hauses, der selbstgemachte Spritzkuchen, kommt immer sonntags auf den Tisch. Neulietzegöricke ist eines der schönsten Dörfer des Bruchs mit seinen hübsch sanierten Fachwerkhäusern.

Schmuck für Kopf und Hände kreiert Stephan Kulke. Er verarbeitet einheimische und exotische Edelhölzer in der Oderbruch-Scheune in Neulewin. Außerdem stellt er auch ungewöhnliche Knöpfe her sowie Schmuck aus Keramik. Keramik ist auch das bevorzugte Material von Heidi Köhler. Sie arbeitet im Nachbarort Güstebieser Loose. Ihr Oderbruch-Geschirr verziert die Keramikerin mit Motiven der Landschaft, mit Weiden, Fachwerkhäusern oder dem Fluss. Als echte Oderbrücherin weiß sie auch, warum viele Orte den Begriff „Loose“ im Namen tragen. Das kommt daher, dass nach der Trockenlegung die einzelnen Gehöfte an die neuen Siedler verlost worden sind.

Ein absolutes Muss ist der Besuch bei Familie Baugatz in Kerstenbruch. Dort kann man einiges erleben, zum Beispiel ein Konzert auf dem Klavier, das angeblich mal Inge Meisel gehörte oder den Stuhl berühren, in dem angeblich der spanische König Karl V. gestorben sein soll. Oder man stöbert in den Büchern von Christian-Ullrich Baugatz, der jedem dringend empfiehlt, ein Lebensziel zu haben.

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