Ulli Zelle auf der Treidelfähre (Quelle: Günther Trept)
Günther Trept
Bild: Günther Trept

Brandenburg - Kreis Oder-Spree - Ulli Zelle treidelt durch Groß Lindow

Mit dem Treidelkahn über den Kanal +++ Mit der Seifenkiste übern Berg +++ Mit dem Wunderkind zu Wettbewerben
 
Groß Lindow ist der Zusammenschluss von mehreren Dörfern mit so romantischen Namen wie Schlaubehammer oder Weißenspring. Romantisch ist hier auch die Landschaft. So ist der Ort zum beliebten Wochenendort für die Frankfurter und Berliner entstanden. 1700 Leute wohnen heute dort, darunter viele Familien mit Kindern. Deshalb gibt es nicht nur Schule und Kita, sondern auch zwei Fußballplätze - beide mit Flutlicht. Und man feiert gern: Kanalfest, Lichterfest, Köhlerfest.

Kapitän Michael Rost steuert die Treidelfähre und Sohn Moritz mit seinen 6 Jahren hospitiert. Das Schiff kann zwar nur etwa eine halbe Stunde von Groß Lindow aus Richtung Westen fahren und muss dann wegen der defekten Schleusen wenden. Die schöne Landschaft gleicht das aus - und Nachwuchs-Kapitän Moritz mit seiner lustigen Art. Übrigens ist auch ein Hund namens Mimmi oft mit an Bord. Früher wurde der Treidelkahn von Pferden gezogen, heute nutzt Michael Rost Elektroenergie. Immer an den Wochenenden geht er auf Tour, nach Vorbestellung auch anderentags, von April bis Oktober.
 

Überhaupt sind Traditionen sehr lebendig. In den "Preussenstuben" wird noch nach preußischer Art gekocht, z.B. Hoppelpoppel, ein Gericht, das ursprünglich aus Resten bestand, heute aber mit Geschnetzeltem, Speck, Ei und Kräutern aufgepeppt wird. Reisegruppen bekommen zur Begrüßung auch den Marsch geblasen, vom Chef der Musikantentruppe "Die lustigen Preußen". Der Kienstubbenverein bewahrt das alte Köhlerhandwerk. So richtig geköhlert wird nur noch selten, weil es ganz schön räuchert und die Nachbarn stört. Der Köhlerplatz hat trotzdem viel zu bieten: Kienstubben und Kienräuberhütte, Backofen und Köhlerkiste, Erdmeiler und Hillebille.- Hillebille? Das ist eine Art Vorläufer des Mobiltelefons.

Schnappschüsse aus Groß Lindow

In Groß Lindow leben viele Familien mit Kindern. Ein wahres Wunderkind ist Friedrich Milling. Er hat sich schon als Vierjähriger für Sprachen und Geschichte interessiert, begann mit 4 Jahren Klavier zu spielen. Mittlerweile ist er 12 und hat schon einiges erreicht: Im Mai trat er bei der Deutschen Schulmeisterschaft im Schach an und zu Pfingsten wird er als einziger Klavierschüler der Musikschule Frankfurt (Oder) am Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Paderborn teilnehmen.  Die 13jährige Lara Wagner dagegen setzt auf flotte Seifenkisten. Das jüngste Modell ist ein VW-Bulli, gebaut vom Papa. Schönheit zählt für sie mehr als Schnelligkeit. Als Lohn gab es im vergangenen Jahr den Preis für die "Schönste Seifenkiste".

Serviceinformationen

  • Die Treidelfähre Rost

  • Die Preussenstube

  • Der Kienstubbenverein

  • Der Kanalforscher

  • Das Wunderkind