Unterwegs in Neuhardenberg (Quelle: Guido Kilbert)
Guido Kilbert
Bild: Guido Kilbert

Brandenburg-Kreis Märkisch-Oderland - Andreas Jacob fliegt auf Neuhardenberg

Leben im Schloss +++ Ungewöhnliches auf dem Flughafen +++ Schafe in Quappendorf
 
Neuhardenberg ist ein relativ großes Dorf mit großer Geschichte. Knapp 50 Kilometer östlich von Berlin liegt es an der Kante zum Oderbruch. Kaum ein Dorf kann so viel Kunst bieten und das hat mit dem Schloss und den von Hardenbergs zu tun. Sie hatten das Anwesen einst vom König Friedrich Wilhelm III. geschenkt bekommen – für treue Dienste an der Krone. Von Hardenberg gehörte zu dem Kreis der Hitler-Attentäter. Trotzdem wurde er zu DDR-Zeiten nicht geehrt.

Im Gegenteil: Neu-Hardenberg – damals noch mit Bindestrich - wurde umbenannt in Marxwalde. Eine Büste von Karl Marx erinnert heute noch an die Namensgebung, die nach der Wende allerdings wieder rückgängig gemacht wurde. Die Büste ist ein Hotspot für Touristen, weil man Selfies auf Augenhöhe mit dem deutschen Philosophen machen kann. Sven Kloss aus der Nachbarschaft kümmert sich um das Denkmal.

Die weit verzweigte Adelsfamilie von Hardenberg hat das Schloss nach der Wende zurückbekommen. Aus Kostengründen hat sie es aber einer Stiftung übertragen. Heute ist es ein Kulturschloss, das seinesgleichen sucht. Der klare, weiße, schöne Bau von Schinkel beherbergt auch ein Hotel und ein Restaurant, umgeben von einem weitläufigen Park. Einige Gäste steuern den Ort mit dem Flugzeug an, denn der Flugplatz Neuhardenberg ist groß, da dort zu DDR-Zeiten die Regierungsflugzeuge gestartet sind. Jetzt kämpfen die Betreiber darum, ihn GPS-gesteuert anfliegen zu dürfen. Denn bislang darf er nur auf Sicht, wie es im Flugwesen heißt, angeflogen werden. In dieser Woche hat ganz Europa auf den Flughafen geschaut: Dort wurde der erste Elektro-Porsche präsentiert.

IMPRESSIONEN VOM DREHTAG

Neuhardenberg ist vor allem aber ländlich geprägt. Auf dem Schafhof „Pimpinelle“ im Ortsteil Quappendorf wird preisgekrönter Käse gemacht. Bis zu 15 Sorten bieten Amelie und Franziska Wetzlar an. 40 Tiere werden liebevoll gehalten. Dank Crowdfunding können sie nun einen neuen Stall bauen. Marion Mussehl betreibt seit ein paar Jahren eine Wanderreitstation. Seit 2011 lebt sie mit ihrem Mann in Neuhardenberg. Für die Vierbeiner gibt es Wasser und Heu und für die Menschen Balsam für die Seele. Marion Mussehl bietet spirituelle Kurse an.

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