Vor der Zwinglikirche Quelle: Silke Cölln
Silke Cölln
Vor der Zwinglikirche | Bild: Silke Cölln

Berlin - Friedrichshain - Im Rudolfkiez unterwegs

Ulrike Finck erkundet das Viertel am S-Bahnhof Warschauer Straße, das durch die Spree und die Bahn klar eingegrenzt ist. Der Rudolfkiez liegt mitten in der Stadt und hat doch ein Eigenleben entwickelt, eine Mischung aus Ruhe und Heiterkeit zwischen Industriearchitektur, Altbauten und einigen hippen neuen Häusern.

Anfang des 20. Jahrhunderts ist der Rudolfkiez rund um die Glühlampenfabrik "Deutsche Gasglühlicht AG" - ab 1920 das Osram-Stammwerk - entstanden. Auf dem Betriebsgelände entstand dort 1909 das erste Hochhaus in Berlin – 10 Geschosse und 40 Meter hoch. Das heutige Narva-Haus wurde im Jahr 2000 mit einer Glaskonstruktion auf 63 Meter aufgestockt.

Der Name Rudolf und der Kiez
Das Viertel wird auch Stralauer Kiez genannt. Beide Namen reichen hunderte von Jahren zurück. Der Ritter Rudolf von Stralow erhielt 1261 das Land Mirica "beim Hofe Berlin" gelegen. Heute steht eine kleine Ritterburg auf dem großen umgrünten Spielplatz auf dem Rudolfplatz. Im Kiez gibt es einen Fleischer und Bäcker. Treffpunkte sind der Späti oder das Café Royal.

Kreative im Kiez
Nadine Roßa wohnt seit 16 Jahren im Kiez. Die Illustratorin und Influencerin mag das nachbarschaftliche, gemütliche und ruhige Flair. Sie arbeitet gleich um die Ecke im Künstlerhaus Rudolf 11 in einem Co-Working-Büro. Im Moment zeichnet sie allerdings im Home-Office. Ihre beiden Kinder müssen wegen Corona zu Hause bleiben. Fotograf, Musiker, Designerin – viele Künstler und Kreative fühlen sich wohl in der Ruhe zwischen dem quirligen Friedrichshain und Kreuzberg.

Die Zwinglikirche als Kulturort
Sie steht direkt am Rudolfplatz und ist das zentrale Gebäude des Kiezes. Heute ist sie vor allem ein gern genutzter Ort für Konzerte, Kino, Kurse und Veranstaltungen. Eine Bürgerinitiative aus dem Kiez hat das möglich gemacht. So konnte die lange geschlossene Kirche wiederbelebt werden. Sie heißt auch Lampenkirche, weil sie die erste Kirche Berlins war, die elektrisch beleuchtet worden ist. Mit Glühlampen aus der Fabrik von nebenan. Wegen des Denkmalschutzes dürfen dort weiter Glühlampen statt Kerzen leuchten.

Impressionen von den Dreharbeiten

BVG Fundbüro
Es gibt nichts, was nicht verloren gehen kann. Was ehrliche Finder abgeben, landet schließlich im BVG-Fundbüro. Vergessene Dinge aus Bus, U-Bahn, Straßenbahn oder von der Fähre. Sechs Wochen werden die Fundsachen dort aufbewahrt. Was dann nicht abgeholt worden ist, wird versteigert oder vernichtet.

Designerlampe zum Puzzeln
Es war Zufall, dass er sich im ehemaligen Glühlampen-Kiez mit Designerleuchten im 70er Jahre Stil selbstständig gemacht hat. Doch Christian Richardts Lichtspender sind etwas Besonderes. Man kann sie sich mit etwas Geduld und auch eigener Kreativität selbst zusammen puzzeln.

Sonnenuntergänge
Sie locken viele Leute auf die Modersohnbrücke. Ein typischer Treffpunkt für den Start in die Berliner Nacht. Die Brücke spannt sich über die Bahntrassen. Mit Getränken und Picknick ausgestattet finden es die Schaulustigen dort romantisch.

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