Im Gitarrenmuseum "Cantomano" Quelle: Dagmar Lembke
Dagmar Lembke
Im Gitarrenmuseum "Cantomano" | Bild: Dagmar Lembke

Berlin-Pankow - In Wilhelmsruh unterwegs

Seit 100 Jahren gehört Wilhelmsruh zur Hauptstadt. Der Ortsteil liegt zwischen Reinickendorf und Rosenthal – direkt am einstigen Mauerstreifen. Es geht kleinstädtisch zu. Und die Wilhelmsruher schätzen ihren ruhigen Wohnort in der Großstadt.

Viele kennen und engagieren sich für ihren Kiez. Es gibt Überraschendes zu entdecken: viel Grün, den Wilhelmsruher See, Mauerweg, alte Industrieanlagen sowie kleine Geschäfte und Cafés.

Wilhelmsruh und engagierte Bürger
Das Herz ist die Hauptstraße. Im Berufsverkehr ist sie voll und laut. Es gibt aber auch ruhige Zeiten. Immerhin hat der Verein "Wilhelm gibt keine Ruh" eine lange 30er-Zone durchgesetzt. Die Mitglieder wollen in ihrem Wilhelmsruh viel miteinander bewegen. Der Verein "Leben in Wilhelmsruh" wiederum hat sich darum gekümmert, dass im alten Postamt die Bibliothek wiedereröffnet wird.

Gitarrenmuseum
Stefan Schwenteck sammelt und restauriert historische Gitarren. 250 Instrumente kann man bei ihm bestaunen, die zwischen 1780 und 1930 gebaut worden sind. Sein "Cantomano-Museum" öffnet er für exklusive Führungen. Andreas Jacob schlägt einige Saiten an. Denn jeder Besucher darf die Gitarren anfassen und spielen.

Musik im "PankowPark"
In den denkmalgeschützten Backsteingebäuden des alten Industriegebietes hat sich die Rockmusik einquartiert. Wie Probenhallen, eine Vermietung von Lastwagen für Musiktourneen, ein Shop der Band "Rammstein" oder die "Black Box Music". Auch ein Online-Schallplattenhändler ist dort zuhause. Bei "Recordsale.de“ kann man seltene Schallplatten suchen und bestellen. Gerade in der Corona-Krise boomt der Verkauf von gebrauchten Vinylplatten der letzten 60 Jahre. In der großen Halle lagern 1,5 Millionen Platten, auch Schätze, die mehrere tausend Euro kosten können.

Waggons für ganz Europa
Der alte Industriestandort in Wilhelmsruh geht auf die Ansiedlung einer Produktionsstätte der "Bergmann Elektrizitätswerke AG" im Jahr 1906 zurück. Später baute der VEB Bergmann-Borsig Turbinen, Generatoren oder auch Rasierapparate. Heute werden dort Waggons für Bahnunternehmen aus ganz Europa hergestellt. Auch die BVG ist Kunde bei Stadler-Pankow. Es gibt keine Fließbänder, jeder Zug wird individuell zusammengebaut.

Impressionen von den Dreharbeiten

Die "Gartenküche"
Kräuter, Salate, Obst und essbare Blüten – alles kommt aus dem eigenen Garten. Zum Beispiel für die selbst gemachten Raviolis. Im "Restaurant Gartenküche" mag man die Kreativität, die sich mit langjähriger Erfahrung in gehobener Gastronomie zu besonderen Gerichten verknüpft. Der Gast sitzt dabei mitten im Park.

Tennisstunde bei Bergmann-Borsig

Der Sportverein "SG Bergmann-Borsig e.V." hat seinen Sitz auch auf dem alten Industriegebiet. 60 verschiedene Sportgruppen gibt es! Andreas Jacob darf sich bei einer Übungseinheit im Tennis probieren.

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