Beim Motorcrossclub Seelow Quelle: Ben Linse
Ben Linse
Beim Motorcrossclub Seelow | Bild: Ben Linse

Märkisch-Oderland - In Seelow unterwegs

Ulrike Finck besucht die Gedenkstätte Seelower Höhen und das Schweizer Haus, fragt sich warum der Ort "Zicken Seelow" heißt, trifft die Showgirls auf dem Parkett und lernt was ein Autocross-Buggy ist.

Seelow
Die Stadt liegt ganz im Osten Brandenburgs am Rande des Oderbruchs. Rund 6000 Menschen leben dort. Der Markplatz schmückt sich mit evangelischer Kirche und schön sanierten Häusern. Die Kleinstadt ist auch bekannt als Zicken-Seelow. Der Grund: Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Haltung von Großvieh mit hohen Steuern belegt wurde, haben die Seelower einfach Ziegen als Milch- und Fleischlieferanten auf ihren Höfen gehalten. So ist im Ort die Zicke heute überall präsent und es gibt sogar allerlei Zicken-Touri-Mitbringsel aus der Stadt, wie beispielsweise Schokolade.

Der Ziegen-Hof

Sylvia und Manfred Nickels Ziegenhof ist so etwas wie eine harmonische WG von Mensch und Tier. Ob Katze, Hund oder Ziege – alle haben einen Namen. Von der Ziegenherde müssen die meisten männlichen Tiere irgendwann zum Schlachter. Aus der handgemolkenen Milch entstehen handwerkliche Produkte, die in der Region und bei Touristen begehrt sind.

Die Gedenkstätte
Sie erinnert an die größte Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden. Bei den Kämpfen starben mehr als 100 000 Soldaten. An diese schrecklichen Tage erinnerte sich der damals 16jährige Günter Debski.

Das Schweizer Haus
Der Berliner Bankier Hugo Simon hat 1919 das Anwesen gekauft und ein landwirtschaftliches Mustergut aufgebaut. Persönlichkeiten, wie z.B. Heinrich Mann, Max Liebermann oder Albert Einstein kamen dort hin. 1933 musste Hugo Simon fliehen. Zu DDR-Zeiten wurde das Landgut als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Zwei Jahrzehnte ist es dann verfallen bis sich der Heimatverein "Schweizerhaus Seelow" darum gekümmert hat. Heute ist es Museum und Veranstaltungsort.

Impressionen von den Dreharbeiten

Die Showgirls
Im Kreiskulturhaus wird das Tanzbein geschwungen. Gebaut in den 1950er Jahren steht das Haus heute unter Denkmalschutz. Ulrike Finck reiht sich ins Tanztraining der Junior*innen ein. Über 80 Hobbytänzer*innen gibt es in der Tanzschule.

Familie Härtig
In der ehemaligen Waldsiedlung hat die Familie ein Hotel aufgebaut. Früher gehörte die Siedlung zum Bauwesen der DDR. Nach der Wende verfiel das Gelände. Das Hotel läuft heute aber drumherum verfallen weiterhin Gebäude.

Der Autocross-Buggy
Ivo Kiessling hat mit seinem Verein, dem MC Seelow, in der alten Waldsiedlung eine Werkstatt. Der Hobby-Rennfahrer war letztes Jahr bei der Autocross-Europameisterschaft in Seelow dabei. Seinen Autocross-Buggy hat er selbst gebaut. Der Verein feiert nächstes Jahr bereits sein 60jähriges Bestehen!