Sea-Watch hilft jetzt auch mit Flugzeug [Quelle: rbb]
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- Hilfe aus der Luft

Allein im letzten Jahr sind schätzungsweise 5000 Menschen im Mittelmeer ertrunken, die Zuflucht in Europa gesucht hatten. Und es wären sicherlich viel mehr, wenn es nicht zivile Helfer gäbe, die die Menschen auf überfüllten Schlauchbooten retten würden. Seit Ostern gibt es eine neue Mission: Der Berliner Verein Sea-Watch hat ein Kleinflugzeug zur Luftaufklärung an den Start gebracht, das das Gebiet vor der lybischen Küsten absucht. Eine Spende der Evangelischen Kirche hat das möglich gemacht – und der Einsatz von Freiwilligen wie Ruben Neugebauer aus Berlin. 

Sie starten von Malta aus – bei gutem Wetter und wenig Wind. Denn dann können sich die Piloten ziemlich sicher sein, dass die Schlepper Flüchtlingsboote von der lybischen Küste aus aufs Mittelmeer schicken. Schon im ersten Einsatz haben sie ein sinkendes, völlig überfülltes Schlauchboot ausgemacht – 1000 Fuß unter ihnen.

Seit zwei Jahren leistet der Berliner Verein Sea-Watch zivile Seenotrettung. In Berlin koordiniert das Team, das zumeist aus Ehrenamtlichen besteht, die Einsätze seiner zwei Schiffe.  Doch vom Wasser aus können die Helfer nicht jedes Boot finden. Sie brauchen einen Überblick aus der Luft. Seit Ostern haben sie jetzt ein Suchflugzeug – mit Unterstützung einer Schweizer Piloteninitiative und dank einer 100.000 Euro-Spende von der Evangelischen Kirche.

Die Teams vor Ort wechseln sich ab. Ruben Neugebauer arbeitet in Berlin einen neuen Helfer ein, der als Operator im Flugzeug eingesetzt werden soll. Der Operator sitzt hinter dem Piloten, markiert das abgeflogene Gebiet und gibt die Koordinaten von Booten in Seenot an die Rettungsschiffe weiter.

Der Verein Sea-Watch hofft, durch die Luftaufklärung noch mehr Menschen retten zu können. Allein in diesem Jahr sollen schon etwa 1000 Flüchtende ertrunken sein. Ruben Neugebauer verarbeitet das, was er erlebt, zusammen mit seinem Team. Am Ostersonntag konnten über 100 Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden – das gibt den Helfern Kraft, weiter zu machen.

Beitrag von Ulrike Steinbach

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