Hindu Tänzerin, Quelle: rbb
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- Götter und Dämonen – indischer Tempeltanz in Berlin

Rajyashree Ramesh ist Tänzerin, Choreografin und Lehrmeisterin. Zahlreiche Auftritte als Solokünstlerin führten sie nach Indien, in die USA und in mehrere europäische Länder. In den 90er Jahren hat sie in Berlin die Academy for Performing Arts gegründet, an der bisher 20 Tänzerinnen und Tänzer eine mehrjährige Ausbildung abgeschlossen haben.  

Bharatanatyam heißt der klassische indische Tanz, der eng mit dem Hinduismus verbunden ist und aus der südindischen Tempelkultur stammt. Bereits mit sieben Jahren hat Rajyashree in Indien ihre Ausbildung zur Solotänzerin begonnen. Heute unterrichtet sie selbst. Sie ist die älteste Bharatanatyam-Lehrerin in Berlin. Der Tanz bedeutet für die Choreographin in erster Linie intensives körperliches Training und außerdem die Bereitschaft, wahre Emotionen auf der Bühne auszuleben. Das macht die Götter lebendig - für das Publikum und für die Tänzer selbst.

Die deutsche Mentalität und der indische Tanz – für Rajyashree prallen hier manchmal Welten aufeinander: In Indien würden die Lehrmeister schimpfen und sagen: "Kannst Du nicht deinen Kopf benutzen, warum überlegst Du nicht, was Du tust?" Weil sie dann einfach ihre Bewegungen machen, während hier ist es andersherum – da sagt man: "Könnt ihr bitte mal aufhören zu denken und vielleicht mal die Bewegungen machen."

Der Tanz Bharatanatyam beginnt für die 57jährige nicht erst auf der Bühne, sondern schon mit der Vorbereitung. Eineinhalb Stunden braucht sie, um sich dafür zurechtzumachen: "Wichtig ist, dass alles wirklich perfekt sitzt. So habe ich es auch gelernt – schon als Kind. Das geben die Lehrmeister weiter und es ist diese Perfektion. Was im Tanz vorhanden ist muss auch beim Schminken und Schmücken und Kostüm vorhanden sein." Erst wenn alle Ebenen des Bharatanatyam miteinander verschmelzen, offenbart der Tanz, warum er in Indien als göttlich gilt.

Beitrag von Daniela Haarhoff

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