Bettelzettel [Quelle: rbb/Johannes Mayer]
rbb/Johannes Mayer
Bild: rbb/Johannes Mayer

- Gehörlose und Spendensammler – organisiertes Betteln

Ist der Mann, der am Hermannplatz um einen Euro bittet, wirklich gehbehindert oder täuscht er es vor? Gehören die jungen Frauen am Kottbusser Damm einer organisierten Bettelbande an? Schwer nachzuweisen, ob sie freiwillig oder unter Zwang betteln. Was ist erlaubt und was ist eine Straftat?

Scheibenputzer an der Ampel [Quelle: rbb]
Bild: rbb

Betteln mit oder von Kindern ist in Berlin seit Ende 2015 verboten. Es gilt als Ordnungswidrigkeit, für die bis zu 500 € Bußgeld fällig werden. Auch das Autoscheibenputzen oder Jonglieren an einer roten Ampel ist eine Ordnungswidrigkeit, für die das Ordnungsamt zuständig ist. Die Polizei wird nur dann aktiv, wenn eindeutige Straftaten wie Betrug oder Taschendiebstahl vorliegen.

Das kennen viele: Zettel, mit denen angeblich Gehörlose um eine Spende bitten. Arglistige Täuschung aber eben kein Betrug. Ganz anders sieht es aus bei Spendensammlungen einer angeblichen Organisation, die gehörlosen Kindern helfen will. Das ist eindeutig Betrug, wenn es diese Organisation gar nicht gibt.

Die Opfer sind in Berlin meist Touristen. Ihnen werden nicht nur 20 Euro Spenden abgeschwatzt, sondern manchmal gleich die ganze Brieftasche gestohlen. Das Vorgehen: Eine Gruppe umlagert die Opfer und lenkt sie ab - eindeutige Bandenkriminalität. Die Beute: In vielen Fällen hunderte Euro, in einem Fall über 2000 Euro.

Beitrag von Johannes Mayer

weitere Themen der Sendung

Am Alexanderplatz in Berlin [Quelle: rbb/Alia Khaddour]
rbb/Alia Khaddour

Hamse mal nen Euro? – Betteln in Berlin

HIMMEL & ERDE ganz erdverbunden: auf dem Pflaster rund um den Bahnhof Zoo. Hier sind viele Menschen, die betteln, die Musik machen oder Zeitungen verkaufen und irgendwie auf der Straße Geld sammeln. Im Sitzen auf dem Boden sieht die Stadt ganz anders aus: Knie von Passanten, weggeworfene Kippen. Der Blick von unten nach oben ist beschämend. Andererseits sind viele genervt davon, ständig angebettelt zu werden.

Renee aus Wien verdient 8 € in 4 Stunden mit Betteln [Quelle: rbb/Alia Khaddour]
rbb/Alia Khaddour

2 € Stundenlohn - Tagesablauf eines Bettlers

10 Uhr raus aus dem Schlafsack, Bierfrühstück, und los geht’s zum Alexanderplatz. René ist 33 und von Beruf Schnorrer. Kein einfacher Job. Man muss die guten Plätze kennen, Geduld haben und vor allem: freundlich sein. Wer nicht gut drauf ist, verdient auch nichts, verrät der gebürtige Wiener.
 

Vor der Polnischen Katholischen Mission in Berlin-Kreuzberg [Quelle: rbb/Susanne Heim]
rbb/Heim

Die Pflicht zu helfen – Christen und Muslime

Almosen zu geben, gehört zu den 5 Säulen oder Pflichten des Islam. Aber soll man Bettlern Geld geben? Da gibt es unterschiedliche Haltungen bei den Muslimen. Auch Christen sind in dieser Frage nicht einer Meinung.  

Imbissbeteiber Wael Thib sammelt online Geld, um sein Geschäft zu vergrößern [Quelle: rbb/Sally Musleh Jaber]
rbb/Jaber

Betteln online – Crowdfunding

Geld sammeln für das eigene Unternehmen – ist das Betteln? Nein, meint Wael Thib. Er betreibt seinen Imbiss Falafel Dream 2010 am S-Bahnhof Wedding und will sein Geschäft vergrößern. 12.000 € braucht er für einen Doppeldecker-Imbiss-Bus und versucht, die Summe online über ein Crowdfunding-Portal zusammen zu kriegen.

Thomas Schirm, parteiloser Kandidat zur Bundstagswahl [Quelle: rbb/Ulrike Steinbach]
rbb/Ulrike Steinbach

Betteln um Stimmen – ein Kandidat im Wahlkampf

Thomas Schirm will am 24. September in den Bundestag - als Direktkandidat ohne Partei. Um überhaupt auf den Wahlzettel zu kommen, brauchte er 200 Unterschriften von Unterstützern. Die hat der Pankower auf der Straße und vor Einkaufszentren gesammelt. Jetzt kommt die heiße Wahlkampfphase.