Schwester Margareta Kühn
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- Leben ohne eigenes Geld

Mitglieder von Ordensgemeinschaften legen ein Armutsgelübde ab. Das eigene verdiente Geld bekommt der Orden, die Ordensschwestern oder -brüder erhalten nur ein bescheidenes Taschengeld. Doch trotz Bescheidenheit und Gelübde dreht sich auch hier alles ums Geld.

Berlin Marzahn. Schwester Margareta Kühn ist Chefin in der Manege, einem Jugendzentrum für alle, die viel Pech hatten im Leben und hier eine zweite Chance bekommen. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück von Mitarbeitern und Jugendlichen. Für viele der jungen Leute ist das eine ganz neue Erfahrung. Als Hochschulabsolventin gehört Margareta Kühn zwar zu den Spitzenverdienerinnen in ihrem Orden. Von ihrem Gehalt sieht sie aber nichts, denn das gesamte Geld bekommt die Ordensgemeinschaft.

Trotzdem hat Schwester Margareta ständig mit Geld zu tun, genauer mit dem Kampf ums Geld. Nach dem Frühstück trommelt sie die Manegeleitung zur Verwaltungsrunde zusammen. Hier geht es fast immer ums Geld, denn die 59 Mitarbeiter müssen bezahlt werden. Die Hauptsorge der Chefin: Kommt wiedergenug Geld vom Jobcenter, um die Kollegen weiter finanzieren zu können?

Schwester Maria Raphaela
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Die Berliner Ordensgemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel besteht nur aus zwei Frauen. Ihre Miete für zwei Schlafzimmer und die Wohnküche wird aus der Ordenskasse gezahlt. Für persönliche Dinge bekamen die Ordensfrauen früher nur ein monatliches Handgeld. Inzwischen wird es auf ein Konto überwiesen, für das die Schwestern eine EC-Karte haben. Schwester Margareta nutzt die Karte zum Beispiel wenn sie unterwegs ist und tanken muss.

Über die persönlichen Ausgaben wird penibel Buch geführt. Das macht Schwester Maria Raphaela. Das Haushaltsbuch geht am Jahresende an die Ordensleitung. Beide Frauen bemühen sich, innerhalb des eng bemessenen Budgets zu bleiben. Monatlich 264 Euro für jede, und davon muss alles bezahlt werden: vom neuen Schleier oder Kleid bis zu Medikamenten.

Da reicht der Rest nur für den kleinen Luxus im Alltag. Schokolade, Bücher, Zeitungen. Schwester Margareta ist zufrieden damit. Sie kauft sich gern einen Kaffee für unterwegs, und wenn sie ganz lange unterwegs ist, freut sie sich über eine Bratwurst. Das gebe ihr das Gefühl, erzählt die Ordensfrau, sie sei ein ganz normaler Mensch.

Beitrag von Margarethe Steinhausen

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