Felix Meyerhoff
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- Gutes Geld - schlechtes Geld?

Wer nachhaltig Geld investieren möchte, findet mittlerweile viele Angebote. "Ethische Banken" boomen zwar, sind aber verglichen mit den Großbanken immer noch kleine Exoten auf dem Finanzmarkt. Wie gut sind die "ethischen Banken"? Wir stellen drei von ihnen vor.

Bankenkrise, Profit um jeden Preis, Spekulationsgeschäfte und Rüstungsdeals– Felix Meyerhoff hat genug. Der 23 jährige Politikstudent ist auf der Suche nach einer Bank, bei der er sein Geld guten Gewissens anlegen kann.

Erste Station: die Bank für Kirche und Diakonie, kurz KD-Bank. Sie ist die älteste evangelische Kirchenbank und wurde vor über 90 Jahren vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise gegründet. Die Bank ist genossenschaftlich organisiert. Sie investiert nach christlichen Werten: Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden. Als erste evangelische Kirchenbank führte die KD-Bank vor 10 Jahren einen Nachhaltigkeitsfilter ein. Investitionen in Rüstungsindustrie, Atomkraft, Pornografie, Tabak sowie Betriebe, die gegen Menschen- und Arbeitsrechte verstoßen, sind ausgeschlossen.

Den ökologischen Schwerpunkt findet Felix Meyerhoff bei der Triodos Bank. Die 1980 in den Niederlanden gegründete Bank ist mit 600.000 Kunden Europas größte Nachhaltigkeitsbank. Die Direktbank bietet ihre Produkte nur online und übers Telefon an. Investiert wird ausschließlich in Projekte, die zum Wohl von Mensch und Umwelt beitragen. Die Bank finanziert nach ethischen Kriterien beispielsweise in Schulen, soziale Projekte, ökologische Landwirtschaft und erneuerbare Energien. Die Aktien werden nicht an der Börse gehandelt, sondern in einer Stiftung verwaltet.

Ganz anders wiederum wird in der KT-Bank gearbeitet. Streng nach den Regeln des Islam, kontrolliert von einem Scharia-Ethikrat. Investiert wird nur in reale Güter, nicht in Wertpapiere. Das Geschäftsmodell beruht auf Islamic Banking. Das bedeutet, dass die Bank kein Geld verleiht. Und alles, was sie aus islamischer Sichtweise als gesellschaftsschädigend erachtet, schließt sie aus. Im islamischen Bankwesen herrscht Zinsverbot. Will jemand zum Beispiel ein Haus finanzieren, kauft die Bank das Haus und verkauft es dem Kunden in Raten weiter. Mit einem vereinbartem Gewinnaufschlag.

Ein Bankenwechsel ist seit 2016 so leicht wie nie zuvor. Den müssen nämlich die Banken für ihre Kunden machen.

Beitrag von Susanne Heim

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