Schulden
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- Schulden

Spielsucht kann Familien, Freundschaften, ein ganzes Leben zerstören. Es ist schwer, aber möglich, davon loszukommen. Ein Ex-Spieler erzählt von seiner Sucht, von seinen Schuldgefühlen, und seinen ganz realen Schulden.

Seinen Namen möchte er nicht nennen, aber seine Geschichte erzählt er offen: Er ist knapp dreißig und leidet seit fünfzehn Jahren an einer exzessiven Spielsucht.
Als er gar kein Geld mehr auf dem Konto hatte, ist er zu Verwandten, Freunden oder Familienangehörigen gegangen, hat sich irgendwelche Lügengeschichten ausgedacht, um an Geld zu kommen. Bis zu 1000 Euro im Monat ist für das Spielen drauf gegangen.

Es gab auch Tage, an denen er vier, fünf Tausend Euro gewonnen hat, aber nie kam er auf die Idee, seine Schulden zurück zu zahlen. Er wusste irgendwann gar nicht mehr, bei wie vielen Menschen er überhaupt wie viele Schulden hatte. Bis heute hat er etwa die Hälfte seiner Schulden zurück gezahlt. An die anderen erinnert er sich kaum noch.

Daran sind Freundschaften zerbrochen, er hat seine Familie enttäuscht.
Als seine Lebensgefährtin schwanger war, stellte sie ihn vor die Entscheidung, entweder die Spielsucht, oder sie mit dem Kleinen. Da hat er sich entschieden – für Frau und Kind. Seit einem halben Jahr ist er spielfrei. Aber die Gedanken sind immer noch da. Seine Finger kribbeln. Gedanken kommen hoch: Geh, besorge dir das Geld und leihe dir irgendwie Geld, oder finde irgendwelche Menschen, die auf deine Lügen reinfallen. Aber dann denkt er an sein Kind und an die Konsequenzen. Er holt dann sein Portemonnaie raus, in dem er ein Foto von seinem Kind verwahrt. Das hält ihn davon ab, wieder mit dem Spielen anzufangen.

Beitrag von Sally Musleh Jaber

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