Hoffen auf ein Spenderherz
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- Hoffen auf ein Spenderherz

Marcel Templer erkrankte kurz vor seinem 30. Geburtstag an einer lebensbedrohlichen Herzmuskelentzündung. Er muss nun mit einem Kunstherz leben und wartet auf ein Spenderorgan. Doch allein in Deutschland stehen 10.000 Menschen auf der Warteliste und die Spendenbereitschaft ist gering.

Sieben Jahre lang lebt Marcel Templer jetzt mit dem Kunstherz. Der gelernte Baugeräteführer ist berentet und hat seine Freundin Jana geheiratet. Vor vier Jahren ist er Vater geworden. Seine kleine Tochter gibt ihm sehr viel Hoffnung.

Wie lange er so weiter leben kann, ist ungewiss, denn das Kunstherz ist nur eine Zwischenlösung, die statistisch 5 bis 6 Jahre funktioniert. Marcel Templer ist erst Mitte Dreißig und für ein Spenderorgan gelistet.

Eine Tasche am Gürtel ist sein ständiger Begleiter. Darin befinden sich die Akkus, die die implantierte Unterstützungspumpe für sein Herz mit Strom versorgen. Einmal im Jahr muss er zum Check ins Berliner Herzzentrum.

Durch den offenen Zugang des Stromkabels in den Körper können Infektionen auftreten. Auch das Schlaganfallrisiko ist hoch. Und am Herzen, das nur mit Hilfe der künstlichen Pumpe weiter arbeitet, sind weitere Komplikationen zu erwarten.

Im Moment funktioniert alles sehr gut. Das hat aber auch eine Kehrseite: So lange es keine Komplikationen gibt, wird Marcel Templer ganz unten auf der Warteliste für ein Spenderherz bleiben. Es gibt nämlich viel zu wenige Spenderorgane in Deutschland.
Langfristig aber kann Marcel Templer nur mit Spenderherz überleben.
Schon jetzt rennt ihm seine kleine Tochter davon, und er kann ihr nicht folgen.
Manchmal wünscht er sich, dass ein Motorradfahrer einen Unfall baut und er sein Herz bekommen kann. Marcel Templer ist klar, dass sich das makaber anhört und ein Problem ist. Aber so lange die Spendenbereitschaft in Deutschland nicht steigt, bleibt ihm nur das Warten und Hoffen.

Beitrag von Cosima Jagow-Duda

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