Das Geschäft mit der Hoffnung
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- Das Geschäft mit der Hoffnung

Wenn die klassische Medizin keine Heilung mehr verspricht, spätestens dann haben Wunder- und Geistheiler, Astrologen und Krebs-Diäten Konjunktur. Wunderheiler Vladimir Muntyan zieht tausende Menschen in seine Veranstaltungen. Auch in Berlin. Seine Botschaft: Nicht er selbst heile - Gott heile, und er sei nur das Medium. Viele schwerkranke Patienten, bei denen auch die High-Tech-Medizin am Ende ist, greifen nach jedem Strohhalm, der Hoffnung verspricht.

Im Internet ist die ersehnte Lösung nur einen Klick weit entfernt. Mit überzeugenden Schlagzeilen, und oft überraschend einfachen Methoden. Hier gibt es all das, was Krankenhaus und Schulmedizin nicht mehr bieten können: das Versprechen auf Heilung.
Durch Handauflagen, spezielle Massagen, Musik oder Atemtherapie soll ein Krebs-Tumor verschwinden. Beweisbar ist das selten. In ihrer Verzweiflung verlieren Patienten oft den kritischen Blick. Die Hoffnung auf Heilung ist einfach zu mächtig.
Weit verbreitet, aber äußerst umstritten ist z.b. die Galvano-Therapie. Schwacher Gleichstrom wird durch den Körpergeleitet und soll Krebszellen zerstören. Das müsste sich eigentlich wissenschaftlich belegen lassen, aber diese Ergebnisse gibt es nicht.
Vitamin B17 in Aprikosenkernen, Natron-Bäder zur Entgiftung oder Kaffee-Einläufe drei Mal täglich – absurde Versuche, dem Leid zu entkommen.
Dabei können gesunde Ernährungskonzepte und andere, vor allem naturheilkundliche Therapien durchaus unterstützend und hilfreich sein.
Das immer größer werdende Misstrauen in die Schulmedizin treibt Patienten in die Hände von Scharlatanen und Geschäftemachern. Dazu kommt bei vielen Krebspatienten die Angst vor Chemotherapien und ihren Nebenwirkungen. Und auch die Zweifel, ob eine weitere Chemotherapie am Ende des Lebens wirklich noch sinnvoll ist.
Das Geschäft mit der Hoffnung verhindert letztlich auch, dass Menschen mit unheilbaren Krankheiten in Ruhe Abschied nehmen und sterben können.

Beitrag von Johannes Mayer

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