Zigeunerschnitzel
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- Schokoküsse und Balkanschnitzel

Man muss schon sehr jung sein, um nicht mit "Negerküssen" und "Zigeunerschnitzeln" großgeworden zu sein. Und selbst heute ist noch längst nicht für alle selbstverständlich, auf Begriffe zu verzichten, die als diskriminierend empfunden werden.

Eiweißschaum mit Schokoüberzug. Früher sagte man dazu "Negerkuss". Das ist inzwischen tabu. Neger kommt vom lateinischen "niger" und das heißt schwarz. Der Begriff "Neger" ist mit Kolonialismus und Sklaverei verbunden und gilt heute als Schimpfwort der Weißen gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe.

Der abwertende Begriff verschwindet auch aus den Kinderbüchern. In den neuen Auflagen von Pippi Langstrumpf gibt es keinen "Negerkönig" und keine "Negersprache" mehr. Es heißt Taka-Tuka-Sprache und Südseekönig. Otfried Preußler, Autor der kleinen Hexe, wehrte sich vergeblich gegen eine Textveränderung.

Im Südwestdeutschen hieß der "Negerkuss" übrigens "Mohrenkopf". Vor allem in der Werbung galt der "Mohr" lange als unverdächtig. Erst 2004 kam das Aus für die bekannteste Figur der deutschen Werbegeschichte. Der "Mohr" konnte gehen, es kam ein Magier.

Eine Initiative kämpft auch für die Umbenennung der "Mohrenstraße" in Berlin-Mitte. Mohrenstraße heißt sie seit dem 18. Jahrhundert, weil hier eine Kaserne für Afrikaner stand. Schwarze dienten am Hof der Hohenzollern als Musiker, Diener und Soldaten. Bisher scheiterten alle Umbenennungsversuche.

Beitrag von Margarethe Steinhausen

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  • Rita Gudermann und Bernhard Wulff

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