Studentenhaus
rbb
Bild: rbb

- Gerecht ohne Geschlecht

Jahrhundertelang war das männliche Geschlecht die maßgebliche Form in der deutschen Sprache. Das sogenannte männliche Generikum. Damit ist es vorbei. Die weibliche Form setzt sich langsam durch. Aber wie sprich und schreibt frau korrekt, damit sich alle Bürger*innen angesprochen fühlen?

Berlins Polizeibehörde liegt voll im Trend: Die männliche Endung ist out. Seit einigen Monaten steht an der Spitze eine Frau: Die Polizeipräsidentin. Die alten Schilder "Der Polizeipräsident" wurden gegen die weibliche Form ausgetauscht. Gerechtigkeit auch in der Sprache pflegt das Berliner Kammergericht. Es hat zwei Briefköpfe: für die männliche und für die weibliche Leitung.

800.000 Euro hat die Umbenennung des Studentenwerks gekostet. Jetzt heißt es "Studierendenwerk". Dabei ist ein Studierender etwas anderes als ein Student oder eine Studentin.

 

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub spricht nicht mehr von Radfahrern und Radfahrerinnen, sondern von Radfahrenden. Hauptsache geschlechtsneutral. Werden jetzt aus den Fahrgästen Fahrgästinnen? Oder etwa PassagierInnen? Und werden auf den Gehwegen zukünftig Zufußgehende auf dem Bürger*innensteig laufen?

Im Ernst: damit wären auch nur Frauen und Männer erfasst. Weder trans- cross- noch intersexuelle Menschen.

Beitrag von Margarethe Steinhausen

 

Kerstin Drobick
Bild: rbb

Gibt es das überhaupt? Eine geschlechtergerechte Sprache? Darüber spricht Friederike Sittler mit Kerstin Drobick, der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks Berlin-Mitte.

Buch-Tipp

  • Luise F. Pusch

weitere Themen der Sendung

Zigeunerschnitzel
rbb

Schokoküsse und Balkanschnitzel

Man muss schon sehr jung sein, um nicht mit "Negerküssen" und "Zigeunerschnitzeln" großgeworden zu sein. Und selbst heute ist noch längst nicht für alle selbstverständlich, auf Begriffe zu verzichten, die als diskriminierend empfunden werden.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas
rbb

"Das wird man ja wohl noch sagen dürfen…"

Kaum ein außenpolitisches Thema ist in Deutschland so präsent wie Israel und der Nahostkonflikt. Doch darf man in Deutschland Israel kritisieren? Schließlich haben die Deutschen aufgrund ihrer Vergangenheit ein besonderes Verhältnis zu dem Land. Ist also Israel-Kritik ein Tabu? Das kann man untersuchen und Überraschendes feststellen.

Jugend
rbb

Die Jugend von heute

Wissen Sie, was ein "no go" ist? Das gleiche wie ein Tabu? Nein, erklären uns vier 15-Jährige. Ein "no go" ist etwas, was man auf gar keinen Fall tut. Ein Tabu dagegen ist veraltet. Etwas, was Eltern und Großeltern verboten haben. Dabei bestehen große Unterschiede zwischen dem, was Jungen und dem was Mädchen auf gar keinen Fall tun.

Depression
rbb

Wenn die Seele krank ist

Psychische Erkrankungen gehören in Deutschland zu den häufigsten medizinischen Diagnosen. Jeder dritte Erwachsene ist betroffen. Doch Vorurteile und Berührungsängste bestimmen immer noch den Umgang mit der Krankheit. Der heute 22-jährige Toni lebt seit seiner Jugend mit Depressionen. Er wünscht sich mehr Offenheit und Verständnis.

Susanne Jung
rbb

Abschied zu Hause

Früher war es üblich, Verstorbene noch eine Weile zuhause aufzubahren, um in Ruhe Abschied nehmen zu können. In einigen Regionen ist das bis heute so. Aber viele wissen gar nicht, dass auch hierzulande bis zu 36 Stunden nach dem Tod Hausaufbahrungen erlaubt sind – ganz gleich, wo die Angehörigen gestorben sind.

Rolle
rbb

"Gottes Sohn! O wie lacht!"

Satire darf alles. Heißt es. Wenn das stimmt, gilt es dann auch für Comedy? Darf man über Religionen Witze machen? Über Jesus, Mohammed und Ganesha? Gibt es Tabus? Viele Fragen und viele Antworten von Shahak Shapira, Sanjay Shihora und den Datteltätern.