Die Stadt aus Ton in der "Herberge zur Heimat" (Quelle: rbb/ Ansgar Hocke)
rbb/ Ansgar Hocke
Bild: rbb/ Ansgar Hocke

- Eine Stadt aus Ton

Die Herberge zur Heimat in Berlin-Spandau ist ein Wohnheim für Menschen mit seelischen Problemen und Suchterkrankungen. Die Herberge betreut Menschen, die wohnungslos geworden sind. Seit zehn Jahren bauen sie in der Keramikwerkstatt die Stadt ihrer Träume.

Die Stadt aus Ton - offen und frei. Die Fenster nicht geschlossen. Licht und Sonne durchströmen die Gebäude. Raum für viele Wünsche, geschaffen und geformt in mühevoller Handarbeit.

Frank Heidrich lebte vor 23 Jahren auf der Straße. Nach Jahren der Alkoholsucht mussten ihm beide Beine amputiert werden. Er hat ein Gartengrundstück gebaut, mit Obstbäumen und kleiner Laube. "Mein Wunsch ist vor allem Ruhe. Wenn ich den Führerschein noch hätte, würde ich den Tieflader vorspannen, und dann die Laube drauf, und wenn ich von einem Ort die Nase voll habe, ziehe ich woanders hin", träumt Frank Heidrich.

Karl Heinz Schmidt fing zu trinken an, als seine Lebensgefährtin starb. Heute töpfert er die Orte seiner Vergangenheit: "Das Hotel. Da habe ich gearbeitet, schöne Zeiten gehabt. Ich war sehr gut angesehen beim Personal und bei den Gästen." Heute würde ihm schon eine kleine Wohnung reichen, erzählt Karl Heinz Schmidt.

Die Stadt der Sehnsüchte wächst und wächst: eine Stadt ohne Polizei, in der alle aufeinander aufpassen.

Beitrag von Ansgar Hocke
 

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