Mieterhöhungen
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- Wenn die Miete nicht mehr bezahlbar ist

Angesichts explodierender Mieten müssen immer mehr Menschen um ihr Zuhause bangen. Spekulanten und Investoren haben das "Betongold" schon lange entdeckt. Die Methoden, um mit Immobilien Rendite zu machen, werden immer skrupelloser. Die Frage, wie man gegensteuern, eine soziale und gerechte Gesellschaft gestalten kann, wird immer dringlicher.

Januar, Kosmosviertel, nahe Flughafen Schönefeld. Hier am Stadtrand von Berlin leben vor allem Menschen mit kleinem Geldbeutel. Viele zogen her, weil sie sich die Mieten in der Innenstadt nicht mehr leisten konnten. Doch jetzt wird es auch hier teurer, und es herrscht die Angst vor Verdrängung.

Nach der Wende verkaufte das Land den Großteil der Wohnungen an einen Privatmann aus Bayern. Seit den 90er Jahren kamen die Häuser herunter, dafür waren die Mieten billig. Nun wird saniert. Die Fassaden werden verschönert und gedämmt. Ein Hebel von vielen, um die Mieten kräftig zu erhöhen. Viele Mieter sind eingeschüchtert, nur wenige schließen sich dem Protest des "Bündnis Mieterprotest Kosmosviertel" an.

Das Ehepaar Bernick wohnt seit 18 Jahren hier. Die beiden haben gemeinsam 1.500 € Haushaltseinkommen. Davon zahlen sie bisher monatlich 503 € Miete. Bisher kamen sie zurecht. Nach der Sanierung droht eine Erhöhung von rund 100 €. Schon jetzt beträgt die Miete 30 % ihres kleinen Einkommens. Eine Schmerzgrenze. Umziehen müssen – für Karin Bernick eine schreckliche Vorstellung. Für alte Menschen sind die steigenden Mieten eine besondere Bedrohung.

Beitrag von Silke Meyer

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