Catharina Beuster und Renate Viehrig – Seger sind im Betroffenenrat beim Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung
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- Sprechen statt vergessen – Kindesmissbrauch

Catharina Beuster und Renate Viehrig – Seger sind beide als Kinder missbraucht worden. Die eine in der Schule, die andere im Elternhaus und in staatlichen Einrichtungen der DDR. Nach der Aufdeckung der skandalösen Vorfälle am Canisius Kolleg 2010, haben auch sie ihr Schweigen gebrochen.

„Das Verdrängen war ganz lange auf jeden Fall die bessere Alternative, denn wenn man kein Ohr bekommt, was wirklich zuhören kann oder keinen Raum hat, in dem man tatsächlich gehört wird, dann tut sprechen weh“, sagt Catharina.

Bei Renate kam am Anfang der Aufarbeitung eine große Wut hoch:
„Es gibt ja immer noch Leute, die glauben gar nicht daran, dass es so was geben kann. Viele stellen sich dann hin und sagen du lügst.“

Heute sind die beiden Frauen im Betroffenenrat beim Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. Kindesmissbrauch ist immer noch ein Tabu Thema in der Öffentlichkeit, obwohl es Hunderttausende betrifft.

Christine Bergmann untersucht in einer unabhängigen Kommission gemeinsam mit einem Expertenteam das gesamte Ausmaß und die Folgen der Taten. Es sei noch fast nichts aufgearbeitet, sagt die ehemalige Familienministerin. Und wenn, dann meist nur dort, wo sich Betroffene zusammengeschlossen haben, in der Odenwaldschule oder Canisius Kolleg etwa und wo sie Druck gemacht haben. Dabei sei die Aufarbeitung auch ein wichtiger Teil der Prävention.

Beitrag von Nadja Tenge
 

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