Wandbild gegen Wohnungsnot in Berlin-Kreuzberg. Quelle: rbb
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Wohnraum als Ware - Miete oder Moral

Verzweifelte Mieter, gierige Immobilienkonzerne - ist deutsche Wohnungspolitik auf diese einfache Formel zu bringen? Welche Werte und Maßstäbe existieren noch?

Die Journalisten begleiten Mieter, die um ihre Wohnung kämpfen und fragen Vermieter nach Grenzen für den Profit mit Wohnraum. Und sie zeigen Modelle für mehr Fairness auf dem Immobilienmarkt. Wohnen ist ein international verbrieftes Menschenrecht. Doch aus Sicht der Investoren sind Immobilien vor allem eine Kapitalanlage. Sollten sie auf Profit verzichten - zum Wohle der Allgemeinheit? Geht es um das existenzielle Bedürfnis Wohnen, vermag der freie Markt nicht alles zu richten.

Im ehemaligen Berliner Arbeiterviertel Wedding eskaliert der Konflikt zwischen Mietern und Vermieter: Eine Studenten-WG wird zwangsgeräumt und im Stadtteil Wilmersdorf kämpfen Senioren gegen die Vernichtung von preiswertem Wohnraum.

Seit 15 Jahren steigt der Mietpreis in der Hauptstadt dramatisch. Selbst Normalverdiener finden kaum Wohnungen. Die Landesregierung will deshalb die Mieten deckeln. Die Immobilienbranche gerät in Panik. Und ganz Deutschland schaut auf Berlin, denn eine solche Begrenzung der Miete ist ein drastischer Eingriff und wäre eine bundesweite Premiere.

Aber es gibt durchaus auch Modelle für mehr Gerechtigkeit auf dem Mietenmarkt. Ein Berliner Hausbesitzer tut alles dafür, dass sich seine Mieter ihre Wohnungen leisten können und gründet deshalb eine gemeinnützige Stiftung. Überschüssige Mieteinnahmen spendet er für soziale Projekte. Sein Grundsatz: "Man kann auch eine Menschlichkeit haben, wenn man mit Wohnungen wirtschaftet."

Ein Film von Ute Barthel, Jana Göbel und Ansgar Hocke

Erstausstrahlung: 16.11.2019/rbb

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