Frau im Rollstuhl in der Wohnung schliesst die Tuer; Quelle: imago stock&people/McPHOTO/M. Gann
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Jobsuche mit Handicap - Ziemlich hohe Hürden

Jeanette Schmidt ist ausgebildete Bankkauffrau. Vor über einem Jahr verlor sie ihre Arbeit. Danach fand die Mittvierzigerin keine neue Beschäftigung, kassierte bei ihren Bewerbungen stets Absagen.

Auch André Melchert findet seit langer Zeit keine Arbeit, obwohl er über einen Berufsabschluss als Bürohelfer verfügt. Beide sind hoch motiviert und suchen eine Vollzeitstelle. Aber sie sind schwerbehindert. Viele potentielle Arbeitgeber stellen Menschen mit Behinderungen nicht ein, aus Vorsicht oder Unkenntnis. Sie scheuen vermeintliche Kosten für Umbauten oder Zusatzleistungen. Es gibt Berührungsängste und falsche Vorstellungen - auf beiden Seiten.

Doch Arbeit und berufliche Teilhabe sind für Menschen mit Handicap wichtig - für ihr Selbstverständnis, ihre Gleichberechtigung und gesellschaftliche Akzeptanz. Arbeitslosigkeit wird bundesweit abgebaut, Fachkräfte werden inzwischen dringend gesucht. Aber Menschen mit Einschränkungen profitieren von dieser Entwicklung bisher zu wenig.

Das will die Berliner Interessenvertretung "Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V." ändern, genauso wie die Bundesarbeitsagentur Sachsen-Anhalt-Thüringen. Beide versuchen, Menschen mit Handicaps wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen: Mit speziellen Trainingsprogrammen und Gesprächsvermittlungen zwischen Betroffenen und potentiellen Arbeitgebern. In Berlin sind die Voraussetzungen dafür ganz anders als in Sachsen-Anhalt: Hier die Hauptstadt mit großen Betrieben, Institutionen, Behörden. Dort ein Flächenland mit Ballungszentren, aber auch vielen spezialisierten mittelständischen Unternehmen und kleinen Betrieben.

Ein Film von Michael Erler