Bahnhof Fuerstenberg an der havel
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- Treffpunkt Bahnhof

Fürstenberg an der Havel hat einen Bahnhof, an dem nicht nur Züge ankommen. Im vorher leer stehenden Gebäude betreibt der ehemalige Wikileaks-Aktivist Daniel Domscheit-Berg den „Verstehbahnhof“: ein IT-Labor für Kinder und alle, die Lust haben zu experimentieren. Außerdem gibt es hier Sprachkurse für Geflüchtete, ein Café, eine Pension und Klaviermusik auf dem Bahnsteig.

Auf dem Bahnsteig wird musiziert, und der Wartesaal ist ein Wohnzimmer. Ein hippes Künstler-Idyll? Weit mehr als das: Nebenan betreibt Daniel Domscheit-Berg mit dem Verein Havel-Lab den „Verstehbahnhof“.
„Der Verstehbahnhof an sich ist erst mal ein offener Lernort", erklärt der IT-Freak und ehemalige Wikileaks-Aktivist. "Wir haben hier eine Werkstatt mit 3D-Druckern, mit Laptops natürlich, mit Lasercuttern, allem möglichen digitalen Gerät und Maschinen, die digital angesteuert werden können. Mit denen man Sachen reparieren kann, sich Dinge bauen kann, wo man versuchen kann die Welt um einen herum, die technische Welt, ein bisschen besser zu verstehen.“

Eine Tür weiter versorgt das Café Ahoi Reisende und Gäste aus der Stadt.
Die Künstlerin und Café-Betreiberin Amelie Kemmerzehl wohnt selbst im Bahnhof, oben in der WG. Als sie hier vor Jahren eine Ausstellung machte, hatte der Ort es ihr angetan. Sie wollte hier bleiben und an der Wiederbelebung des Bahnhofs mitwirken.

Noch eine Tür weiter wird Deutsch gelernt. Die ehemalige Uni-Dozentin Elisabeth Günther gibt einen Online-Integrationskurs in der ehemaligen Schalterhalle.

Vor der Tür: Rastende Wandersleute. Im Bahnhof gibt es auch eine Gästewohnung mit zwei Doppelzimmern – in den ehemaligen Verwaltungsräumen.

Der Bahnhof ist Treffpunkt und mit Sicherheit der innovativste Ort in Fürstenberg an der Havel.

Beitrag von Ole Wessels

 

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