Gemeingut in Buergerinnenhand
rbb
Bild: rbb

- Privatisierung – nein danke!

Was passiert, wenn sich der Staat – meist aus Spargründen - aus der öffentlichen Versorgung wie Gas, Wasser, Strom zurückzieht und privaten Unternehmen das Feld überlässt? Dann steigen oft ziemlich schnell die Preise. Weil der Staat für einen ausgeglichenen Haushalt keine Kredite aufnehmen soll, droht die weitere Privatisierung wichtiger Versorgungsleistungen. Dagegen setzt sich der Verein Gemeingut in BürgerInnenhand zur Wehr.  

Morgens um acht vor der Technischen Universität Berlin. Aktivisten vom Verein “Gemeingut in BürgerInnenhand“ schlagen Alarm. Bildung, Infrastruktur und Gesundheitswesen seien in Gefahr – durch die Schuldenbremse, die staatliche Neuverschuldung verbietet. Der Staat setzt auf Einnahmen durch den Verkauf z.B. von Krankenhäusern und Energieversorgern. Bauingenieur Carl Waßmuth bezweifelt, dass das funktioniert.
„Wenn man eine öffentlich-private P. eingeht, dann bezahlt das der Private ja nicht selber, sondern der nimmt sich einen Kredit bei der Bank und lässt sich diesen Kredit von der öffentlichen Hand zurückzahlen.“, erklärt er „ Außerdem kalkuliert er eine Rendite und diese Rendite ist teilweise exorbitant hoch.“


Das erinnert an die Privatisierung des Berliner Wassers, der Preis stieg damals um 30 Prozent. Mit dem erfolgreichen Kampf gegen die Wasser-Privatisierung hatte alles begonnen. Seitdem arbeitet Dorothea Härlin in der Initiative mit.

Aktuelles Thema: die Schulbauoffensive des Berliner Senats. Dorothea Härlin und Carl Waßmuth vor dem Diesterweg-Gynasium in Berlin-Mitte. Wie 300 andere Schulen wurde es geschlossen – wegen sinkender Schülerzahlen. Jetzt steigen die Zahlen wieder. Doch der Senat setzt nicht nur auf Sanierung sondern auch auf Neubau. Da gehe es wieder um Profit, sagen die Aktivisten.
Genügend Zündstoff für weitere Protestaktionen des Vereins.


Beitrag von Maico Riegelmann
 

weitere Themen der Sendung

Quinoa-Schule
rbb

Quinoa Privatschule

Privatschule – das klingt nach viel Geld und Eliteanstalt. Die Quinoa-Schule in Berlin-Wedding ist genau das Gegenteil. Hier gehen 150 Jugendliche in die 7. bis 10. Klasse. Die meisten kommen aus der Nachbarschaft, aus ärmeren Familien. 95 % von ihnen haben eine Einwanderungsgeschichte. Jugendliche, die auf anderen Schulen Schwierigkeiten hatten, finden in der Quinoa-Schule besondere Unterstützung.  

Bei Renate Bergemann wurde eingebrochen
rbb

Einbruch in die Privatsphäre

Renate Bergemann wohnt idyllisch am Stadtrand von Berlin. Ein eigenes kleines Haus, ein großer Garten. Doch die Idylle zerplatzt, als die 75jährige eines Nachmittags vom Einkaufen nach Hause kommt. Diebe sind in ihr Haus eingebrochen, haben alles durchwühlt und waren sogar an ihrer Bettwäsche. Seitdem fühlt sie sich in ihrem eigenen Haus nicht mehr wohl.  

Mein Glaube ist privat
rbb

Mein Glaube ist privat

Matthia Lux kommt aus einer katholischen Familie und hat sich als Kind in der Kirche zu Hause gefühlt. Mit der Pubertät erwachte aber ihr Feminismus. Die Hierarchie und die Rolle der Frau in der katholischen Kirche konnte sie nicht mehr damit vereinbaren, und sie trat aus der Kirche aus. Seitdem lebt sie ihren Glauben ganz privat. Manchmal fehlt ihr aber die Gemeinschaft und der Austausch in einer Gemeinde.  

Social Media
rbb

Social Media und Privatsphäre

37% der Social-Media-Nutzer Deutschlands teilen öffentlich ihren Wohnort, 31% ihre E-Mail-Adresse. 30% geben ihren Beziehungsstatus preis, 18% Details ihres Arbeitsplatzes. Die 21-jährige Studentin Laura ist vorsichtiger und nutzt Social Media hauptsächlich für ihre Erinnerungen. Sie stellt fest: Ältere Leute, die sich nicht so gut auskennen, geben oft mehr preis als die jungen Digital Natives.