Endgame - Die Auserwählten; Quelle: Oettinger audio

Oettinger audio - Endgame - Die Auserwählten

„Endgame - Die Auserwählten“ ist der erste Band eines als Trilogie angelegten Endzeitszenarios, das an die „Tribute von Panem“ erinnert. Jetzt gibt es „Endgame“ auch als Hörbuch. Hier könnt ihr lesen, ob sich die 13 Stunden Hörzeit lohnen.

Im Jahr 2014 schlagen auf der Erde 12 Meteoriten ein. Endgame hat begonnen. Es wird von 12 Jugendlichen gespielt. Jeder von ihnen gehört einem von 12 Stämmen an, die von einer Wesenheit außerwählt wurden. Ob es sich um Außerirdische oder Götter handelt, bleibt ebenso offen, wie der Grund, warum Endgame beginnt. Die Regeln sind einfach: Wer als erster drei mystische Schlüssel findet und die anderen Spieler tötet hat gewonnen. Jeder Spieler erhält von den Wesen einen anderen Hinweis. Neben der eigentlichen Story gibt es ein interaktives Element. Im Buch sind Rätsel in Form von Abbildungen und Fußnoten enthalten, die beim Hörbuch im Booklet abgedruckt, oder als PDF auf den CDs gespeichert sind. Wer das Rätsel löst, soll Gold im Wert von 500.000 $ erhalten. Bereits hier liegt der erste Schwachpunkt des Hörbuchs. Was als Buch noch Sinn ergeben mag, geht im Hörbuch ziemlich auf die Nerven. Regelmäßig wird der Hörfluss durch Verweise auf Fußnoten oder Abbildungen unterbrochen.

Leider ist dies nicht die einzige Schwäche des Buches. Auch die eigentliche Story ist nicht überzeugend. Es wirkt ziemlich planlos, wie sich die 12 Protagonisten quer über die Welt jagen und brutal bekämpfen. Außerdem sind die Charaktere erschreckend flach. Wo sich Katniss Everdeen in „Die Tribute von Panem“ wütend gegen ihr Schicksal stemmt und ihre Umwelt zur Revolution inspiriert, agieren die Figuren hier schicksalsergeben. Das Spiel hat begonnen, also bringt man sich gegenseitig um. Ob das so sein muss, wird nicht hinterfragt. Während „Die Tribute von Panem“ Kritik an Massenmedien und Diktatur transportieren, propagiert „Endgame“ letztendlich das Überleben einer Herrenrasse. Eine fragwürdige Botschaft. Das Beste an diesem Hörbuch ist noch Sprecher Uve Teschner. Der macht seine Sache gut, kann die schwache Story aber auch nicht retten. Die 13 Stunden Lebenszeit kann man getrost anders nutzen. Wer apokalyptische Fantasy mag, sollte Anderes lesen oder hören. Die Trilogie „Die dreibeinigen Herrscher“, oder „Die Wächter“, beide von John Christopher, sind nur zwei Beispiele für bessere Vertreter des Genres.

Henning Schmidt