Krachburg.de - Edgar Allan Poe: Am Rande aller Grenzen

Edgar Allan Poe (1809-1849) gilt als einer der Begründer der Horrorliteratur. Holly Loose, Sänger der Band "Letzte Instanz", hat fünf Geschichten Poes als Hörbuch umgesetzt. Henning Schmidt verrät, ob das Gespann Loose/Poe harmoniert. 

Edgar Allan Poe kann als eine Art literaturgeschichtlicher Tausendsassa gesehen werden. Poe (1809-1849) gilt nicht nur als Begründer der Horrorliteratur. Er schrieb auch einen der ersten Detektivromane, beeinflusste Autoren wie Charles Dickens, Arthur Conan Doyle und Jules Verne und trug so zur Entwicklung von Krimi, Science Fiction und Phantastik bei. Sofern Ihr Euch für eines dieser Genres interessiert, lohnt sich eine Beschäftigung mit Poes Werken auf jeden Fall.

Nichts für Kinder

Das Hörbuch "Am Rande aller Grenzen" versammelt nun fünf Horrorgeschichten Poes, nämlich "Morella", "Das Fass Amontillado", "Das ovale Porträt", "Berenice" und "Die Maske des roten Todes". Alle fünf Geschichten behandeln für Poe typische Themen wie Tod, Wahnsinn und Besessenheit. In einer Geschichte wird ein Mann bei lebendigem Leibe eingemauert. Für Kinder ist dieses Hörbuch zu düster. Jugendliche dürfen sich aber gerne daran versuchen, Interesse an Horrorstorys vorausgesetzt.


Guter Sprecher trifft zwiespältige Inszenierung

Die Beurteilung des Hörbuchs ist nicht ganz einfach. Auf der einen Seite sind die Geschichten gut ausgewählt. Alle fünf sind spannend und sorgen für eine gute Portion Grusel. Daran hat auch Holly Loose seinen Anteil, der seine Rolle als Vorleser gut meistert. Auf der anderen Seite sind da die Musik und die Soundeffekte von "Endwerk". Die ausführlichen Musikstücke zwischen den einzelnen Geschichten sind irgendwie nichtssagend. Man hätte sie sich auch sparen oder zumindest deutlich kürzer halten können. Auch Musik und Soundeffekte während der Geschichten passen nicht immer. In ihren guten Momenten, die zum Glück überwiegen, unterstützt die musikalische Inszenierung den Grusel der Geschichten. Es gibt allerdings auch Phasen, in denen sie zu sehr im Vordergrund steht. Dann lenkt sie von der Geschichte eher ab, statt Horror und Grusel beim Hörer zu verstärken.

Insgesamt empfehlenswert

Trotz der gerade benannten Abstriche bei der musikalischen Inszenierung, macht das Hörbuch insgesamt Spaß. Die Geschichten sind spannend und sorgen für wohligen Grusel. Holly Loose liest gut genug, um die manchmal nervige Musik und Soundeffekte aufzuwiegen. Pluspunkte gibt es außerdem für die äußere Aufmachung des Hörbuchs. Die Oberseite der CD ist im Stil einer Vinyl-Schallplatte gestaltet. Ein echter Hingucker mit Sammlerwert, denn die CD ist limitiert. Insgesamt bietet "Am Rande aller Grenzen" Euch einen schönen Einstieg in das Werk Edgar Allen Poes. Unter dem Strich bekommt das Hörbuch die Gesamtnote 2 -.