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    - Kontraste vom 12.12.2019

    +++ Dresden: Wie Rechte Bedürftigen helfen und damit Politik machen +++ Saskia Esken: Wer ist die neue SPD-Vorsitzende? +++ Profit geht vor Kindeswohl: Kindermedizin unter Druck +++ Dresden: Wie Rechte Bedürftigen helfen und damit Politik machen +++ Moderation: Eva-Maria Lemke
     

    Dresden - Wie Rechte Bedürftigen helfen und damit Politik machen

    Der Verein „Dresdner Bürger helfen Dresdner Obdachlosen und Bedürftigen“ erfreut sich in der sächsischen Landeshauptstadt großer Beliebtheit. Sein alljährliches Weihnachtsessen für Bedürftige wird von zahlreichen lokalen Sponsoren und Künstlern unterstützt. Kaum jemand stört sich daran, dass der Verein bevorzugt deutschen Bedürftigen helfen will. Dabei liegen die rechtsradikalen Bezüge des Vereins offen zutage: Gegen die aus dem Pegida-Umfeld stammenden Vorstände wird wegen Volksverhetzung ermittelt, der Verein arbeitet eng mit dem Netzwerk Einprozent zusammen, das die soziale Frage von Rechts besetzen will. Kontraste über das Versagen der Dresdner Zivilgesellschaft, sich von radikalen Rechten abzugrenzen.

    Profit geht vor Kindeswohl - Kindermedizin unter Druck

    In Deutschland gibt es über 2 Millionen chronisch kranke Kinder. Immer öfter werden sie nicht mehr so versorgt, wie sie es eigentlich bräuchten – mit fatalen Folgen für die kleinen Patienten. Die Behandlung, die aufwändig und teuer is, lohnt sich für die Kliniken oftmals nicht. Das zeigt eine aktuelle Studie der Uni Köln. Defizitäre Abteilungen werden abgebaut oder gleich ganz dicht gemacht  - es kommt zu Unterversorgung in ganzen Regionen.

    Saskia Esken in Kündigungsaffäre verwickelt

    Die frisch gewählte SPD-Vorsitzende gibt als Qualifikation für ihre neue Führungsposition unter anderem an, früher Vizevorsitzende des Landeselternbeirates Baden-Württemberg gewesen zu sein. Sie habe dort befriedet und demokratisiert. Doch stimmt das? Kontraste hat mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen Saskia Esken gesprochen. Dabei sind Vorfälle ans Licht gekommen, die an der Aussage der neuen SPD-Chefin zweifeln lassen - und an ihrer Führungsfähigkeit. Unter anderem wirft Eskens Rolle bei der versuchten Kündigung einer damals 56-jährigen Mitarbeiterin des Landeselternbeirats Fragen auf.

    Absurde Obergrenze - Warum der Mindestabstand für Windkraftanlagen ungerecht ist

    Ab 2020 wird für Windkraftanlagen ein Mindestabstand von 1000 Metern zu Siedlungen vorgeschrieben – so hat es die Groko vereinbart. Damit knickt die Regierung vor den lautstarken Protesten von Bürgern ein – mit fatalen Folgen für den Klimaschutz und die Windkraftbranche. Bei anderen Anlagen ist die Politik weniger zimperlich: Ein Großmastbetrieb mit mehr als 70.000 Hühnern darf in weniger als 300 Metern Abstand zu Wohnhäusern entstehen, trotz Gestank, Lärm und Keimen. In Datteln darf ein neues Kohlekraftwerk, das giftiges Quecksilber, Ruß und Lärm emittiert, nur wenige hundert Meter von Häusern entfernt in Betrieb gehen – eine ebenfalls geplante Windkraftanlage jedoch offenbar nicht. Kontraste zeigt, wie die Politik mit zweierlei Maß misst.