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- Das Corona-Tagebuch der Karoline Preisler

Sie ist Mutter, Politikerin und einer der Corona-Fälle, die bereits auf einer Isolierstation behandelt werden müssen. Karoline Preisler hat - exklusiv für Kontraste – ein Videotagebuch geführt und berichtet über ihre Angst, die Zustände im Krankenhaus und das Leben mit Corona. 

Anmoderation: Karoline Preisler–  ist Mutter, Politikerin, und eine der Corona Kranken in Deutschland, die bereits stationär behandelt werden müssen. Auch sie schaut uns jetzt zu, und damit guten Abend Ihnen allen zu Kontraste. Und wir  bleiben gleich bei ihr, denn Karoline Preisler hat für uns auf der Isolierstation in Stralsund ein Videotagebuch aufgezeichnet, schildert, welche Achterbahnfahrt mit dieser Krankheit verbunden ist.

So sieht Karoline Preislers Quarantäne aus. Sechs Tage lang hat sie dieses Krankenhauszimmer nicht verlassen. Die 48-jährige FDP-Politikerin ist hier, damit die Ärzte ihre Atemnot bändigen. Kein Hausarzt wollte das übernehmen – aus Angst sich anzustecken. Szenen einer Isolation.

Tag 1:  Der Arzt hat mir erklärt, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, gegen die Krankheit anzukämpfen. Zum einen bekomme ich Sauerstoff, dann habe ich Möglichkeiten zu inhalieren. Demnächst soll ein Aids-Medikament ausprobiert werden und jeden Tag erfährt der Arzt neue Sachen und ich eben auch. 

Tag 2: Nach einer wirklich schrecklichen Nacht, bin ich heute nach nur drei Stunden Schlaf aufgewacht und dann wurde es ein ganz toller Tag. Ich habe kaum noch Schmerzen und brauche nur noch wenig Unterstützung bei der Atmung.

Tag 3: Heute hat der Chefarzt entschieden, dass ich noch länger hierbleibe. Das war keine schöne Information für mich. Ich hatte mich in Gedanken schon bei meinen Kindern und bei meinem Mann gesehen. Aber die Begründung leuchtet mir ein. Meine Werte sind noch zu schlecht.

Karoline Preisler denkt viel an zu Hause. Dort meistert ihre Familie den Quarantäne-Alltag ohne sie. Ihre drei Kinder sind gesund. Ihr Mann hat sich ebenfalls mit Corona infiziert. Deswegen haben Sie die Wohnung zweigeteilt.

Tag 4: „Ich habe schon große Sehnsucht nach der Familie. Heute Morgen hat meine Tochter auf Facetime angerufen und dann haben wir geschmust und geküsst. Sie war so unglücklich, weil es bei den Hausaufgaben zu Hause nicht so läuft, und weinte bittere Tränen. Und ich konnte sie nur über den Bildschirm herzen und küssen. Das hat mir ganz schön zu schaffen gemacht.“

Nun wird sie zumindest in ihre Nähe können. Heute, die lang erhoffte Nachricht.

Heute: „Der Chefarzt war soeben hier. Ich darf in die häusliche Quarantäne entlassen werden. Das sind gute Nachrichten. Gestern und heute waren die Werte ganz ausgezeichnet.“

 

Beitrag von Bettina Malter

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