Kraftwerk (Quelle: Screenshot rbb)
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Geheimsache CO2 - Wie die Klimapläne der Regierung zur Erderwärmung beitragen

Um die Klimaziele einzuhalten, hat Deutschland nur noch ein kleines Budget an Treibhausgasen, welches es in Zukunft emittieren darf. Wieviel Tonnen das sind, verschweigt die Bundesregierung. Kontraste veröffentlicht nun erstmals mit dem Sachverständigenrat für Umweltfragen diese Zahl und berechnet, wie massiv Deutschland die international vereinbarten Ziele verfehlt.

Anmoderation: "Wie könnt ihr es wagen"  - wahrscheinlich der Satz der Woche. Ausgesprochen von der Klimaaktivistin Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel. Mittenrein in den Saal, in dem sie alle saßen, die Staats- und Regierungschefs, die sich eben nicht wirklich anstrengen, um diese unschöne Sache mit der Erderwärmung irgendwie zu stoppen. Bestes Beispiel: Das, was wir dagegen aufgefahren haben - als immerhin viertgrößte Volkswirtschaft: Unser neues Klimapaket. Bei genauerem Hinsehen wird das ein Scheitern mit Anlauf. Chris Humbs hat genauer hingesehen.

Schluss mit PillePalle. Die Kanzlerin glaubt, mit dem Klimaplan die Vereinbarungen des Pariser Klimavertrags einhalten zu können. Also das Deutschland seinen Teil beiträgt, dass die Klimaerwärmung deutlich unter zwei Grad bleibt.

Um das zu erreichen, bleibt jedem Land nur noch ein gewisses Budget an problematischen Treibhausgasen, die es in Zukunft in die Atmosphäre blasen darf.

Wie viel das für Deutschland ist, wollen wir von der Bundesumweltministerin wissen:

Kontraste

"Wie viel CO2-Äquivalente dürfen wir denn noch verbrauchen in Deutschland?"

Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin

"2050 wollen wir Treibhausgasneutral sein, das heißt wir werden nur noch so viel CO2 produzieren, wie wir auch binden können."

Kontraste

"Aber verzeihen Sie mir die Nachfrage: Wie viel ist es denn? Diese Frage hat sie nicht beantwortet"

Schulzes Mitarbeiterin  will das Interview abbrechen. Wir wollen eine Antwort,  fragen noch einmal: Wie viele Tonnen bleiben uns noch?

Svenja Schulze (SPD), Bundesumweltministerin

"Unter diesen ganzen Tonnen und so kann sich doch keiner was vorstellen."

Schulze drückt sich um die Zahl. Und das hat gute Gründe.

Prof. Wolfgang Lucht ist vom Sachverständigenrat für Umweltfragen. Der Physiker berät die Bundesregierung. Er hat die Zahl errechnet und an das Klimakabinett übermittelt.

Prof. Wolfgang Lucht, Sachverständigenrat für Umweltfragen

"Wenn man alle Treibhausgase mit einbezieht, also Methan und Stickoxide dann kommt man auf ungefähr 7,5 Gigatonnen."

Deutschland darf also nur noch insgesamt noch 7,5 Gigatonnen ausstoßen. Die aktuellen Pläne ergeben aber 12,9 Gigatonnen, so die Berechnungen von Prof. Lucht. Das sind gut 70 Prozent mehr, als der Pariser Vertrag hergibt. Deutschland bricht also weiterhin ganz klar und bewusst die internationalen Verträge. Und es wird noch schlimmer – sogar das um 70 Prozent zu große Budget wird gerissen, denn selbst die hierfür beschlossenen Maßnahmen reichen hinten und vorne nicht aus.

Prof. Wolfgang Lucht, Sachverständigenrat für Umweltfragen

"Weltweit gesehen, wenn alle das so machen kommen wir zu einer Erwärmung zwischen drei und fünf Grad bis zum Ende des Jahrhunderts."

Das wäre für das Leben auf der Erde fatal.

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