Kowalski & Schmidt: Polenische Start-ups (Quelle: rbb)
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Frische Ideen für die Zukunft - Polnische Startups

Justynas Holzpuppen helfen Kindern, Emotionen zu erkennen. Paulinas GesundheitsApp motiviert Büromenschen zu mehr Sport und Bewegung. Beide gehören zur polnischen Start-up-Szene in Berlin.

Eigentlich ist es ein Hightechgerät: es heisst „VAI KAI“, sieht aus wie eine Holzpuppe und birgt ein elektronisches Herz.

O-Ton (off, englisch)
„Das Erste, was man wahrnimmt, wenn man die Puppe in die Hand nimmt, ist ihr schlagendes Herz... du fühlst, dass sie lebt“

Die Vai Kai Puppe kann zu einer bestimmten Zeit „aufwachen“ und laut werden und beruhigt sich nur, wenn man sie in die Arme nimmt und … tröstet.
Die Holzkörper der Vai Kais entstehen in einer kleinen Werkstatt in Zentralpolen . Der elekronische Hirn und Seele der Puppen werden in Berlin angefertigt. Die Gründer des Unternehmens  sind Justyna Zubrycka aus Bialystok und Matas Petrikas aus Vilnius.

Justyna Zubrycka, Gründerin von Vai Kai (englisch)
„Es waren zunächst einige  allgemeine Ideen, zum Produkt selbst  kamen wir später.“

Es hat viel Zeit und einige Prototypen gekostet bis die„Vai Kai“ ihre jetzige Gestallt annahm.

(off und on) Matas Petrikas, Gründer Vai Kai (englisch)
„Vai Kai ist ein litauisches Wort, wo ich herkomme.  Es heißt nämlich  Kinder!“

Ein lauter Kuss wird getestet -  für die Vai Kai wurde eine eigene,  emotionale Sprache entwickeln, die aber universell wirken soll.   Die Kinder lernen, diese Sprache zu interpretieren : sind die Puppen grade fröhlich oder traurig. Es geht darum, Emotionen zu schulen.
Um die  500 Vai Kais wurden bereits in über dreißig Länder verschickt.  Das ist noch nicht viel aber die Tendenz ist steigend.  Der Standort Berlin hat sich als sehr hilfreich erwiesen.

Justyna  Zubrycka, Gründerin Vai Kai Companions (off, englisch)
„Die Entscheidung, in Berlin zu leben kommt daher, dass ich die Stadt liebe.  Die vielen Kulturen können hier entspannt zusammen leben, sie alle können hier ein wirkliches zuhause haben.“

In Berlin läßt sich leicht mit  Start-ups experimentieren , deshalb zieht es auch viele polnische Gründer hierher. Seit zwei Jahren haben sie sogar eine gemeinsame Onlineplattform – die „Polish Berlin Tech“ – koordiniert aus einem Mobilen Büro.

Ula Lachowicz, Polish Berlin Tech (englisch)
„Mehr als Tausend Teilnehmer machen da mit, sie komme aus unterschidlichsten Branchen. Manche suchen Investoren, anderen sind Investoren, oder haben eigene StartUps, sind Produktdesigner oder Marketing-Leute,  Buchhalter – alles, was für IT Firmen braucht“

Paulina Baginska will mit  ihrer mobilen App „TRAIN&BENEFIT“ Abhilfe für die schaffen, die lange am Schreibtisch sitzen.  Das Prinzip ist einfach:  man sammelt Punkte, wenn man Sport treibt, der Chef honoriert es.

Joschka Friedag, Geschäftsführer CRINGLE GmbH (englisch)
„Eine Stunde schwimmen am Tag?

Paulina Bagińska, Gründerin „TRAIN&BENEFIT“ (englisch)
„Wenn Du willst, aber wenn nicht, kannst du auch was anderes machen.“

Joschka Friedag (deutsch)
„Wir haben dieses Sportprogramm, da machen unsere Mitarbeiter auch regelmäßig mit, und jetzt fängt Paulina mit der App erst richtig dass es digital, professionell mit verfolgt wird, und das heißt, wie wir das ganze Eintauschen haben... Sport gegen Prämien... das werden wir jetzt erst sehen.“

Für solche „Gesundheitsmaßnahmen“ dürfen deutsche Firmen bis 500 Euro pro Mitarbeiter von der Steuer absetzen.  Paulina hat recherchiert, wie viele  Sportmuffel es gibt und ist sich sicher, dann sich ihre App auf dem deutschen Markt durchsetzen wird.

Jonathan Lamla, Marketing Manager bei Cringle GmbH (deutsch)
„Und kann man sehen, wie viele... oder was meine anderen Kollegen für Punkte machen, kann man das vergleichen oder ist das jetzt nur für mich?“

Paulina Bagińska (deutsch)
„Ja, das ist eine gute Frage, natürlich, das ist eine der Core Funktionen von er App, dass du kannst mit deinen Kollegen einen Challenge machen und du kannst eine Liste sehen.“

Ein Tisch und ein Notebook – das ist normalerweise Paulinas „Firmensitz“ .  Noch reicht es, bis sich ihre Software in Deutschland und Polen die Software herumspricht.

O-Ton Paulina Bagińska (englisch)
„In Deutschland erkennt man eher, wie wichtig es ist, vorzubeugen, damit man sich die hohen Kosten sparen kann, die Depressionen und  Burnout verursachen.

Unser Programm ist ein großes Highlight:  die Angestellten bekommen Geschenke, sie nehmen auch gemeinsam an einem spielerischen Wettkampf teil. Es macht gute Laune und bringt die Leute zusammen. “

Zurück zu den Vai Kai Puppen...  Nicht nur das Produkt, auch die  Kunden sind hier anders: sie unterstützen  den Labor-Charakter  des Startups , bleiben mit den Machern in Kontakt,  testen, experimentieren mit und inspirieren neue Funktionen.

Autorin Milena Hadatty

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