Kowalski und Schmidt: Interview mit Tadeusz Rolke
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Ein Künstler, der seit 70 Jahren Warschau fotografiert - Interview mit Fotograf Tadeusz Rolke

Wir besuchen eine Ausstellung von Tadeusz Rolke in der Galerie „Le Guern“ in Warschau und sprechen mit dem Künstler seine Fotos.

Martin Adam
Wir verlassen jetzt die Unibibliothek, denn wir sind noch verabredet mit einer Legende. Nachdem wir so viel über Geschichte und Geschichten gesprochen haben, treffen wir jetzt Tadeusz Rolke, der die Warschauer Geschichte nicht nur seit fast 90 Jahren miterlebt, sondern sie auch seit 70 Jahren fotografiert.

In den 70ern hat er in Deutschland gelebt und für Stern und Spiegel gearbeitet, jetzt ist er zurück und hat in der Galerie „Le Guern“ seine neueste Ausstellung „Będzie Dobrze - es wird gut.

Adriana Rozwadowska
„Was ist so spannend an Warschau, dass Sie immer neue Motive in dieser  Stadt suchen?“

Tadeusz Rolke, Fotograf
„Ich habe mir ein Viertel in Warschau ausgesucht, das mich seit Langem beschäftigt. Das ist Praga. Es wurde nicht zerstört. Im Gegensatz zum restlichen Warschau. In diesem Viertel finde ich genau die Dinge, die mich interessieren. Das sind verschiedene, unnötige Gegenstände.

Zum Beispiel in diesen Schlössern steckt das, worum es mir geht. Um das Absurde. Das Schloss soll irgendwas schließen, aber es hängt offen.

Und das Foto da rechts, das ist eines meiner Lieblingsbilder. Das ist ein Foto vom Nichts. Ein Foto von einem Loch.“

Martin mit Rolke: (polnisch) „Ja, Sie haben recht.“

Tadeusz Rolke
„Ich habe meinen Studenten immer von nötiger und von nicht nötiger Fotografie erzählt. Die zweite ist die wertvollere. Ich habe sie ermutigt, unnötige Fotografie zu machen. Weil es die Fotografie der Freiheit ist.“ 

Das Interview führten die Kowalski&Schmidt-Moderatoren Adriana Rozwadowska & Martin Adam.

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