Kowalski und Schmidt: Power Tandems für polnische Frauen (Quelle: rbb)
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Ein Mentorinnenprogramm in Deutschland - Power Tandems für polnische Frauen

PolMotion heißt das Projekt, mit dem der Verein "AgitPolska" polnischstämmige, berufstätige Frauen in Deutschland stärken will. Durch Mentorinnen sollen sie ermuntert werden, aktiv die deutsche Gesellschaft mit zu gestalten.

Vorbereitungen für einen „SPICY ROOM“ – für ein gemeinsames Essen, zu dem Karolina Knopik Frauen einlädt und bei dem es vor allem um die weibliche Sexualität geht.

Kowalski und Schmidt: Power Tandems für polnische Frauen (Quelle: rbb)
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Karolina Knopik
„Das ist jetzt kein Workshop sondern ein Abend, ein sinnlicher Abend, es geht darum, dass jede Frau, die ins „SPICY ROOM“ kommt, sich für sich selbst schön fühlt, nicht für ‚den anderen‘.“

Karolina Knopik will Politik für Frauen machen.

Karolina Knopik
„Ich habe Genderstudies studiert und Geschichtswissenschaft. Deshalb bin ich -  geschichtliche Themen spielen für mich auch immer eine sehr wichtige Rolle.“ 

Mit 22 Jahren kam sie aus Czestochowa  für ein europäisches Freiwilligenjahr nach Berlin – und blieb.  Seit Juni nimmt die erfolgreiche Bildungsreferentin und Eventmanagerin am „POLMOTION“- Mentoren Programm teil. Dessen Ziel ist, polnischen Frauen den Einstieg in deutsche Führungspositionen zu erleichtern.

Berlin Pankow- hier arbeitet die Mentorin von Karolina Knopik:   beim Frauenzentrum „Paula Panke“, das Astrid Landero seit über 15 Jahren leitet. Das Frauenzentrum kümmert sich um Belange von Frauen, um Rechtsberatung, um allein erziehende Mütter, geflüchteten Frauen. Hier will Karolina Knopik mehr über Frauenpolitik erfahren. Aber auch ihre Mentorin profitiert von der Tandem-Beziehung.

Kowalski und Schmidt: Power Tandems für polnische Frauen (Quelle: rbb)
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Astrid Landero
„Polen ist ein Land, was mich in der Jugend schon fasziniert hat, ich bin auch geborene DDR Bürgerin und in den 70er Jahren war es mein zweites Zuhause… Und von den Themen her,  ist es auch so, dass wir politische Themen haben, die in Polen und Deutschland leider vergleichbar sind , was das Recht Frauen auf ihren eigenen Körper betrifft.  Durch diesen Kontakt profitieren wir unheimlich voneinander. Und es ist nicht so, dass nur Karolina lernt oder Erfahrungen macht, sondern auch für mich ist es total wichtig für meine Arbeit und für mich als Person mit einer ganz anderen Frauengeneration dadurch ständig Kontakt zu haben.“

Karolina Knopik
„Durch das Programm, was Paula Panke veranstaltet habe ich ständig Kontakt mit den unterschiedlichsten Frauen in Berlin, dadurch sehe ich auch, was wird gebraucht.  Wonach suchen die Frauen. Und das ist für uns auch sehr wichtig, wenn ich auch im Bereich der Frauenarbeit mich weiter entwickeln will.“

Bei PolMotion wird jeweils eine polnisch stämmige Frau von einer Frau mit Führungserfahrung begleitet. Getragen wird das Programm vom Forschungs- und Beratungsinstitut  EAF und dem deutsch-polnische Verein AgitPolska.

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Andrea Kropke, EAF-Berlin
“Grundsätzlich ist es so, dass die Mentees sich auf neues Terrain begeben.  Und eigentlich erst mal eine gewissen Unsicherheit haben und eigentlich Orientierung brauchen, „was will ich eigentlich hier?“.  Und dann ist es einfach sehr schön, wenn man einen Mentor oder eine Mentorin hat, die einem zur Seite steht.“

Zurzeit gibt es 35 Polmotion Tandems bundesweit.  Für sie finden gemeinsame Seminare in Rhetorik, in Medien- und Projektmanagement statt, um sie „fit für Führungspositionen“ zu machen.

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Anna Czechowska, AgitPolska
„Man könnte sich in eine Partei engagieren, man könnte auch in einer Stiftung so zu sagen, arbeiten, man könnte auch in der Verwaltung tätig sein, und Frauen mit Migrationsgeschichte, das heißt auch Polinnen, sind auch in der Verwaltung unterrepräsentiert.“

Aber kann ein Jahr Unterstützung durch eine Mentorin helfen, dass es anders wird?

Karolina Knopik
„Das wird nach einem Jahr nicht passieren, dass auf einmal jetzt wir 25 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund in die Politik einsetzen.  Es geht einfach um den Prozess, um die Leute aktiver zu machen.“

Zum Beispiel bei einem „SPICY ROOM“ im Frauenzentrum. Sexy Abend und Politik für Frauen, ist das kein Widerspruch?

Astrid Landero
„Es ist überhaupt kein Widerspruch, weil wir... wollen ja Frauen ermutigen, sich dazu zu bekennen, das ist ja der Sinn von Karolinas „Spicy Room“, dass Frauen die Schönheit ihres eigenen Körpers, ihrer eigenen Erotik, erfahren und einfach selbstbewusst werden.“

Autorin: Milena Hadatty

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